Alternativen zur Chemotherapie

24.03.2017

Ich habe gelernt, gelassener zu werden und Dinge anders wertzuschätzen, vor allem den Wert meiner Gesundheit.


Diagnose "Hodgkin-Lymphom" Alternative zur Chemotherapie

Aus WA-Aktuell Ausgabe 100, Juli 2016

Käthe Golücke wurde 1981 in Paderborn geboren und ist seit 15 Jahren Wahlkölnerin. Nach drei intensiven Jahren, in denen sie eine Vollzeitstelle hatte, dort ihre zweite Ausbildung absolvierte und die Abende mit den Unterrichtsmaterialien des Bachelor-Fernstudiums verbrachte, belohnte sie sich im Winter 2011/2012 mit einer lang ersehnten dreimonatigen Reise entlang der Ostküste Australiens. Direkt zu Beginn der Reise bekam sie starke Rückenschmerzen, die sie weitere zwei Jahre begleiten sollten, ohne dass ein Arzt die Ursache erkannte. Da sich trotz physiotherapeutischer Behandlungen und diverser Rückenübungen nichts änderte, nahm sie diesen dauerhaften Schmerz als "gottgegeben" hin und schenkte ihm erst wieder konkrete Beachtung, als Ostern 2013 weitere Beschwerden hinzukamen. Wie sich später herausstellen sollte, waren diese Rückenschmerzen die ersten Symptome der Krebserkrankung. Käthe Golücke schildert ihre Geschichte: Es begann mit ein paar unscheinbaren Bläschen an der Hand. Trotz des Verzichts auf Gluten, der Gabe von Cortison und dem befolgten Tipp des Arztes, mich nicht so oft zu waschen, blieben sie meine ständigen Begleiter. Nach und nach schlichen sich weitere Beschwerden ein. Der Körpergeruch veränderte sich stark und ich litt vermehrt an einem Juckreiz, der zunächst immer abends und nur unter den Armen auftrat und sich nach und nach so massiv ausweitete, dass ich es kaum ertragen konnte Kleidung auf der Haut zu haben und mich teilweise bis aufs Blut aufkratzte. Zahlreiche Besuche bei diversen Hautärzten brachten immer wieder den Befund einer Autoimmunerkrankung. Etwa eineinhalb Jahren lang litt ich an diesen Beschwerden und absolvierte viele Arztbesuche. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits begonnen, all meine Befunde und Symptome in einer Excel-Tabelle zu sammeln, um mit Hilfe von "Dr. Google" selbst herauszufinden, was der Grund für meine Beschwerden sein könnte.


Prolaktinwert zu hoch

Bereits im September 2013 hatte ich den Verdacht, an Krebs - explizit einem Hodgkin-Lymphom - erkrankt zu sein. Ich äußerte diesen Verdacht allen Ärzten, die ich konsultierte und schrieb eine E-Mail mit meinen Befunden an einen Professor für seltene Erkrankungen. Die deutlichste Antwort, die mir zu meiner Vermutung entgegnet wurde war: "Hören Sie auf zu googlen und überlassen Sie das den Profs". Da ich zu diesem Zeitpunkt durch das Hautjucken und die Rückenschmerzen einen massiven Leidensdruck hatte, ließ ich schlussendlich auf eigene Kosten weitergehende Blutuntersuchungen vornehmen. Bei einer dieser Blutuntersuchungen kam heraus, dass mein Prolaktinwert deutlich zu hoch war. Dieses wurde mir als Anzeichen für ein Prolaktinom, ein gutartiger Hirntumor, erklärt. Aufgrund dieser Annahme wurde im Mai 2014 ein MRT meines Kopfes erstellt, dessen Befund aber negativ - und ich dementsprechend gesund - war.


Diagnose brachte Erleichterung

Da diese Argumentation in Verbindung mit meinen Beschwerden keine befriedigende Lösung für mich darstellte und es sich beim Prolaktin um ein Hormon handelt, konsultierte ich am im Juni 2014 einen Endokrinologen. Ihm gegenüber schilderte ich, wie in den vergangenen sechs Monaten jedem Arzt, dass ich glaubte, an einem Hodgkin-Lymphom erkrankt zu sein. Er war seit langem der erste Arzt, der sich die Zeit nahm, sich meine sehr lange Vorgeschichte anzuhören. Er nahm meinen Verdacht auf, wies aber darauf hin, dass Krebs nicht seine Kernkompetenz sei. Die folgende Untersuchung der Schilddrüse zeigte, dass mein gesamter Hals voller Knoten war. Er veranlasste eine weitere Blutabnahme und rief noch während dieser meine Hausärztin an, um ihr die Lage zu schildern und ein weiteres Vorgehen zu besprechen. Aufgrund seines Befundes empfahl er mir ein zeitnahes Röntgen und MRT und überwies mich zu einer onkologischen Praxis in der Nähe. Dort erlebte ich, was mir aus den letzten zwei Jahren nur zu gut bekannt war. Ich schilderte den Verdacht des Endokrinologen und wurde vom Praxispersonal mit einem Termin in sechs Wochen nach Hause geschickt. Glücklicher Weise bekam ich zwei Tage später Termine für die empfohlenen Untersuchungen. Dann wurde der Verdacht Gewissheit. Meine Hausärztin rief mich an, um mir die Befunde und eine Liste an Terminen mitzuteilen, die sie für die kommende Woche im Krankenhaus ausgemacht hatte. Es war an dieser Stelle kein Schock für mich, sondern eher eine Erleichterung, weil die Kombination meiner Beschwerden kaum Raum für eine andere Diagnose ließ, aber eine fehlende ganzheitliche Betrachtung mich sehr viel Zeit gekostet hatte. Mit dem Wissen, dass die nun folgende chemotherapeutische Behandlung mein Leben in vielen Bereichen wie Sport, Feiern, Freizeitaktivitäten usw. stark eingrenzen würde und ich positiv war, dass ich den Krebs besiegen würde, fuhr ich an dem Wochenende wie geplant mit meiner Fußballmannschaft auf Saisonabschlussfahrt, bevor ich mich drei Tage später ins Krankenhaus begab. Da ich während der vergangen knapp zwei Jahre den Fokus auf die Ursachen meiner Beschwerden gelegt hatte, nicht aber darauf, welche Alternativen es zu einer Chemotherapie gab, verbrachte ich die folgenden fünf Monate damit, die Chemotherapie und ihre Nebenwirkungen über mich ergehen zu lassen und beendete diese erfolgreich im November 2014.


Der Krebs kam zurück

Bei meinem ersten Kontroll-CT im Februar 2015, drei Monate nach sechs Zyklen Chemotherapie im "BEACOPPescaliert"-Schema, wurde ein schnellwachsendes Frührezidiv (eine Rückkehr des Krebses), mit Knochenbefall festgestellt. Die Ärzte gaben mir noch drei bis fünf Monate zu leben, würde ich die vorgeschlagene Behandlung eine Doppel-Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzellen-Transplantation nicht machen. Ich durchlief alle obligatorischen Untersuchungen wie Ultraschall, Hörtest (da ein nicht unwesentliches Risiko darin bestand, den Gehörsinn zu verlieren), Knochenstanze, die für diese Chemotherapie nötig waren, bereitete gemeinsam mit einer damaligen Freundin, die ebenfalls vom Potential des alternativen Weges überzeugt war, zeitgleich meinen eigenen Plan vor.


Vegane und rohköstliche Ernährung

Dieser beruhte auf einer Entschleunigung meines Lebens in Kombination mit einer strikt veganen, rohköstlichen, chlorophyllhaltigen Ernährung ohne Zucker und Kohlenhydrate. Weiterhin unterstütze ich meinen Körper auf Basis der Erkenntnisse von Otto Warburg und Marc Sircus. Beide haben herausgefunden, dass Krebs in einem basischen, möglichst sauerstoffreichen Milieu eine deutlich schlechtere Lebensgrundlage vorfindet. Genau diese schuf ich durch ein Rizol-Öl zur Erhöhung der Sauerstoffsättigung sowie die Gabe von Kaisernatron zur Anhebung des PH-Wertes. Das Kaisernatron vermengte ich mit Zuckerrohrmelasse, um es als "trojanisches Pferd" direkt in die Krebszelle zu schleusen. Diese Methode hatte ich mir bei der Schulmedizin abgeschaut, die sich den Zuckerhunger des Krebses bei der Erstellung von PET-CTs nutzt.

Auf Grund der Erfolge, die ich durch diese Eigentherapie erzielt habe von Stadium vier mit Knochenbefall im März 2015 auf nun sechs Monate krebsfrei zu sein glaube ich, dass es sich lohnt, diesen Weg auszuprobieren. Bei strikter Einhaltung kann ein vierwöchiger Versuch sehr gut zeigen, ob dieses Vorgehen anschlägt oder nicht. Dieses stellt in meinen Augen eine riesige Chance dar.

Die vollständige Geschichte und viele Erfahrungen, die ich gemacht habe, kann man bei Interesse auf www.help2check.me nachlesen. Ich erweitere die Seite laufend, da ich in meiner Krankheitsphase das Problem hatte, nirgends im Internet gebündelt die Informationen zu finden, die mich bereits beim ersten Mal vor einer Chemotherapie bewahrt hätten. Insbesondere vor den Folgen, unter denen ich zum Teil mein Leben lang zu leiden haben werde. Hierzu zählt, dass meine Venen nach einer extrem schmerzhaften Venenentzündung im dritten Zyklus nahezu unbrauchbar geworden sind. Die durch die Entzündung hervorgerufenen Schmerzen waren trotz der Gabe von Morphium und anderen Schmerzmitteln nur mäßig erträglich und mein linker Arm war über einige Wochen wie gelähmt. Durch die Tatsache, dass auch mein Kopf nicht mehr zu funktionieren schien, war es als, als ob ich körperlich und geistig über Nacht um 50 Jahre gealtert sei. Seit Beginn der Chemotherapie bleibt außerdem meine Menstruation aus, was einen nicht unerheblichen Einfluss auf meine Lebensplanung hat. Essen durfte ich laut der Ärzte bis auf wenige Ausnahmen alles, wonach mir war, aber aufgrund der angegriffenen Schleimhäute wurde die Auswahl immer kleiner.


Keine weitere Schulmedizin

Nach der recht starken Chemotherapie, die auf meine erste Diagnose im Juni 2014 folgte und den damit verbundenen Strapazen, kam die zur Bekämpfung des Rezidivs (Krebsrückkehr) von den Ärzten vorgeschlagene Doppel-Hochdosis Chemotherapie mit anschließender Stammzellentransplantation für mich nicht in Frage. Über eine Empfehlung meiner Physiotherapeutin, die mich wöchentlich aufgrund meiner arthroseartigen Gelenkschmerzen (hervorgerufen durch die Chemotherapie) behandelt, kam ich zu einer Praxis für ganzheitliche Medizin. Dort wollte ich mit einem Alternativmediziner einen anderen Weg durchzusprechen und hoffte, einen medizinischen Begleiter für mein Vorhaben zu finden. Der Plan war, mein Leben und vor allem meine Ernährung radikal zu ändern und dem Krebs dadurch Paroli zu bieten.

Zu dem Termin begleitete mich als Unterstützung und zweites "Ohrenpaar" die Freundin, die ebenfalls der Meinung war, dass dies mein Weg "aus dem Krebs" sei. Leider verlief der Termin aus unserer Sicht enttäuschend. Selbst dieser alternativ ausgerichtete Arzt konnte sich nicht vorstellen, dass mein Gemüseplan etwas bewirken würde, und er empfahl gleichermaßen den von den Ärzten vorgeschlagenen Behandlungsweg. Dennoch war der Termin für mich sehr wertvoll, da der Arzt bei seiner Verabschiedung in einem Nebensatz etwas erwähnte, das ein großer Leitsatz für den Erfolg meines Weges werden sollte: "Sie müssen sich Ihr Leben anschauen. Irgendetwas muss in Ihrem Leben oder Ihrer Lebensweise sein, dass wie eine Sollbruchstelle in Ihrer Gesundheit fungiert. Sie haben eine solch starke Chemotherapie bekommen und trotzdem sind Sie nach drei Monaten wieder voller Krebs inklusive Knochenbefall."

Er schickte uns weiter zu einem Professor in Bonn. Da dieser selbst an dem Tag nicht im Haus war, schaute sich ein junger Assistenzarzt meine Unterlagen an. Er war ebenfalls der Ansicht, dass bei diesen Befunden der von meinem Krankenhaus gewählte Weg der sei, den man auch in ihrem Krankenhaus gehen würde. Er erkannte aber, dass es mir wichtig war, einen Weg zu finden bzw. zu gehen, der eben nicht der Weg der Chemotherapie war und ließ mir einen kurzfristigen Termin beim Professor vereinbaren. Zehn Tage nach dem Start meines Experiments trug ich im März 2015 meinen Plan und das, was ich machte, in Bonn vor. Obwohl auch er Schulmediziner ist und ebenfalls die Chemotherapie als erste Wahl empfahl, diskutierte er meine Überlegungen auf Augenhöhe mit mir und überraschte mich mit einer Aussage, die mich in meinem Plan bestärkte: "Wir wissen nicht, wo Krebs herkommt und es wäre anmaßend zu sagen, dass er genau deswegen nicht auch wieder weggehen könnte, wenn man seinem Körper hilft. Eine Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient diese mit Überzeugung macht. Wenn Sie von der Chemotherapie nicht überzeugt sind, machen Sie das, was Sie mir gerade erzählt haben weiter. Aber lassen Sie in vier bis sechs Wochen ein CT machen, um den Verlauf zu kontrollieren. Die Chemotherapie ist so stark, dass sie auch wirkt, wenn sie erst in ein paar Wochen anfangen. Wenn sie dann nicht wirkt, dann hätte sie es wahrscheinlich auch nicht getan, wenn Sie jetzt damit begonnen hätten". Diese Aussage beflügelte mich und motivierte mich umso mehr durchzuhalten.


Angst vor der Chemotherapie

Der letzte Kontakt zu meinem behandelnden Arzt in der Klinik lag mehr als zwei Wochen zurück, als ich erstmalig einen Anruf des Onkologen entgegennahm. Ich schilderte ihm, was ich machte, und wir einigten uns darauf, einen Termin nach den Ostertagen zu vereinbaren. Wie zuvor bei allen Terminen die den alternativen Weg betrafen, begleitete mich die Freundin, die eine der sehr wenigen in meinem Umfeld war, die keinerlei Zweifel hatte, sondern mich kontinuierlich bestärkte, dass dies der richtige Weg sei und ich mich nicht davon abbringen lassen dürfe. Im Krankenhaus begrüßte uns ein mir fremder Arzt, da mein bis dahin zuständiger Onkologe, mit dem ich noch vor einer Woche diesen Termin vereinbart hatte, plötzlich weg war. Der mir unbekannte Arzt insistierte, es sei lebensmüde, die mich rettende Hochdosis-Chemotherapie noch nicht begonnen zu haben und dass die extra für die Chemotherapie gemachte Knochenstanze jetzt nicht mehr verwendbar wäre, da sie zu alt sei. Ich erklärte ihm, dass ich mehr Angst vor der Chemotherapie hätte als vor dem Krebs, und dass ich daher vor dem Beginn einer solch heftigen Behandlung einen Weg, der mir sehr schlüssig und vielversprechend erschien, nichts unversucht lassen wolle. Ich berichtete ihm, was ich in den letzten Wochen gemacht hatte und dass eine deutliche Verbesserung meiner Konstitution daraus resultierte, welche ich zum Anlass eines erneuten PET-CTs vorschlug. Seine Antwort schockierte uns: "Wir haben ein PET-CT, das fünf Wochen alt ist, dieses ist mehr als eindeutig. Heute wollen Sie eines, weil sie anders gegessen haben, und nächstes Mal gehen Sie nicht in die Chemotherapie, weil sie vorher bei der Fußmassage waren". Ich blieb stur und so unterbrachen wir den Termin, damit der Arzt sich mit meinem bisherigen behandelnden Arzt besprechen konnte. Nach knapp 20 Minuten, in denen wir schon Alternativpläne durchdachten, wie ich auf anderem Weg ein PETCT bekommen könnte, kam er zu uns und teilte mir mit, dass ich ein LowDose-PET-CT erhalten. Dabei werden weniger Aufnahmen gemacht, um die Strahlenbelastung zu reduzieren. Ein solches wurde im April 2015 durchgeführt. Der vorläufige Befund mit Empfehlung lautete: "Bei rückläufigen FDS-Aufnahmen in axillar, mediastinalen Lymphknoten, sowie auch im LWS rückläufigen Befund. Derzeit kein Hinweis auf Progress - weiter konservatives Vorgehen empfohlen.


Erfolg nach vier Wochen

Nach nur vier Wochen konsequenter Ernährung hatte ich schwarz auf weiß, dass sich der Krebs zurückgebildet hatte. Die Ärzte rückten von ihrer Meinung ab, dass mich nur eine Doppel-Hochdosis-Chemotherapie retten könne, und empfahlen von nun an ein konservatives Vorgehen, auch "wait and see" genannt.

Da mein Körper mir bereits während dieser letzten Wochen ein sehr positives Feedback gegeben hatte und ich mich bisher immer auf mein K ö r p e r g e f ü h l verlassen konnte, hatte ich zwar nichts anderes erwartet, aber ein ärztlicher Befund, der sich auf objektive Bilder stütze, gab dennoch eine andere Sicherheit als ein subjektives Gefühl. Der Arzt, der mich bei unserem ersten Kennenlernen ein Stück weit als lebensmüden Spinner dargestellt hatte, überbrachte mir dieses sensationelle Ergebnis recht wortkarg. Selbst auf meine Nachfrage hin, wollte er nicht wissen, was ich in den letzten Wochen gemacht hatte.

Ich bedaure, dass ich als Patient die Erfahrung machen musste, vollständig auf mich allein gestellt gewesen zu sein und das Gefühl zu haben, es werde nicht akzeptiert, dass ich für mich einen anderen als den üblichen Weg gehen wollte. Oftmals habe ich die Unterstützung der Ärzte bei einer Entscheidung, die mein Leben betraf, vermisst. Eine Entscheidung, deren Verantwortung ich bereit war zu übernehmen und deren Konsequenzen und Strapazen ich sowohl bei einer Chemotherapie als auch bei meinem Weg ganz allein tragen muss. Durch meine erste Chemotherapie wusste ich, dass es einen großen Unterschied darstellt, ob man sich die Nebenwirkungen nur auf dem Papier/Beipackzettel durchliest oder ob man die massiven Auswirkungen am eigenen Körper erlebt. Die Vorstellungskraft, was eine Chemotherapie in aller Konsequenz bedeutet, reichte zumindest bei mir bei weitem nicht aus.


Neue Lebensart rettete Leben

Mir rettet diese Art zu leben mein Leben. Es ist nicht immer leicht, denn ich war ein Fleischliebhaber. Ebenso würde ich viele andere Dinge, auf die ich seither aber größtenteils verzichte, manchmal mehr als gern essen. Auf den ersten Blick wirkt es auf viele Menschen, als würde man sein Leben "aufgeben", weil man "nichts" mehr essen darf und in vielem eingeschränkt ist. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Im Gegensatz zu der Zeit im Krankenhaus darf ich zwar weniger essen, aber alles, was ich essen darf, kann ich auch essen. Durch die Chemotherapie waren meine Schleimhäute irgendwann so angegriffen, dass die Zahl der Dinge, die ich essen konnte sehr limitiert war.

Im Laufe der Zeit ist mein Horizont an Möglichkeiten, sich rohköstlich vegan und ohne Zucker aber mit Genuss ernähren zu können, extrem gewachsen. Eine große, hilfreiche, ganz besondere Entdeckung hierzu war für mich das Restaurant "Mei Wok Vegan" in Köln. Hier wird so individuell gekocht, dass es mir wieder möglich ist ohne zu sündigen oder meine Ernährung zu ändern, genussvoll essen gehen zu können. Ich bin sicher, dass mir diese Ernährung in der Kombination mit einer allgemeinen Änderung meiner "Lebensroutine" das Leben gerettet hat. Der Versuch, nicht nur in Bezug auf Krebs, vier bis sechs Wochen so zu leben lohnt sich meiner Meinung nach immer.


Achtsamer essen

In unserer heutigen, schnelllebigen "to go" Zeit, in der wir häufig durch die Gegend hetzen und vorgefertigtes Essen von meist schnell gezüchteten Pflanzen und Tieren zu uns nehmen, kann es nur eine bereichernde Ergänzung der Heilungs- und Wohlfühlkomponente sein, wenn wir in Bezug auf unser Leben und unsere Nahrung achtsamer und bedächtiger werden. Hinzu kommt, dass es eine sanfte, nebenwirkungsfreie Methode ist, dem Körper die Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer er sich mit seinen sensationellen Selbstheilungskräften helfen und regenerieren kann. Wichtig ist, dass man diese Zeit vollkommen konsequent lebt und die Sache gleichermaßen ernst nimmt wie eine Chemotherapie. Diese setzt man auch nicht zwischendurch ab.


Konsequent bleiben

Mir hat es nach sieben Tagen den Großteil meiner Symptome - in erster Linie die massiven Atembeschwerden - genommen. Das Prinzip funktioniert nur bei absoluter Disziplin. Krebs ist wie ein Feuer. Solange dies glüht, wirkt Zucker wie ein Brandbeschleuniger. Man kann sehr viel beeinflussen, indem man dem Körper gute Energie zuführt (pflanzliches Eiweiß und pflanzliches Fett, chlorophyllhaltige Nahrung in Form von möglichst viel grüner Rohkost). Beispielsweise durch Kokosnüsse, Walnüsse, Mandeln, verschiedene Öle oder Avocado gibt man dem Körper Energie, die von gesunden Zellen deutlich besser verstoffwechselt werden kann, als von Krebszellen. 


Das war mein Weg:

1. Konsequent sein, keine Ausnahmen, nicht mal ein Keks, ein Stück Brot oder ähnliches.

2. Zucker komplett weglassen, er ist die Hauptnahrungsquelle für Krebs, daraus gewinnt er seine Energie, um zu wachsen.

3. Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis usw. weglassen, denn daraus wird im Stoffwechsel Zucker gewonnen.

4. Komplett vegan leben.

5. "Saure Lebensmittel" wie Kaffee, Getränke mit Kohlensäure, Cola, Cola light, Saft usw. weglassen. Sie schmecken zwar süß, sind aber im Stoffwechsel sauer. Krebs kann besonders gut überleben, wenn der Körper sauer ist und mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird, darum muss das Milieu basisch werden. Zur Kontrolle kann man Lackmus-Streifen benutzen.

6. Möglichst kein Obst (Fruchtzucker).

7. Jeden Morgen und Abend vor dem Essen, möglichst auf nüchternen Magen, zwei bis drei Teelöffel Zuckerrohrmelasse mit einem Teelöffel Kaisernatron erhitzen, damit es verschmilzt und dann mit Wasser aufgießen und trinken. Da Krebs hungrig auf Süßes ist, verstoffwechselt er die süße Melasse, die aber ein "trojanisches Pferd" ist, mit dem das Basische in die saure Krebszelle geschleust wird. Den PH-Wert morgens und abends mit Streifen kontrollieren. 7,5 bis 8 ist für diese Zeit gut.

8. Viel rohes, möglichst grünes Gemüse essen.

9. Viel trinken. Zum Beispiel Kräutertee, stilles Wasser. Keine Limo, kein Kaffee, keine Kohlensäure. Besonders wichtig, weil der PH-Wert höher ist, damit die Nieren ausreichend gespült werden.

10. Chlorella-Algentabletten morgens, mittags, abends. Sie helfen dem Körper, die Giftstoffe, die gelöst werden, zu binden und auszuscheiden, damit sie sich nicht einlagern.

11. Jeden Tag Bewegung an frischer Luft, bewusst atmen, vor allem tief ausatmen. Atemübungen und Yoga sind gut. Stress vermeiden, geregelt und genug schlafen bei ausreichend frischer Luft. Schlafhygiene beachten, die Zellen werden im Schlaf repariert. Am besten 7,5 Stunden und mehr.

12. Viel Bitterstoffe zum Beispiel in Form von bitteren Aprikosenkernen essen. Die Dosis der Kerne langsam auf drei mal zehn Kerne erhöhen. Lange kauen, gut einspeicheln, die Bitterstoffe werden dann schon über die Mundschleimhaut aufgenommen.

13. Rizol-Öl, ebenso anfangen wie mit den Kernen, allerdings bis maximal 15 Tropfen. Sehr behutsam und langsam einschleichen. Bei zu schneller Dosiserhöhung kann es zu Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Es erhöht den Sauerstoff im Körper. Jeweils einen Tropfen in ein Glas geben und mit Wasser auffüllen. (Gegebenenfalls Heilpraktiker konsultieren)


Von Woche zu Woche besser

Ich habe am 22. März 2015 mit diesem Weg begonnen. Von Woche zu Woche fühlte ich mich besser und konnte ein Leben ohne Einschränkungen wie das Meiden von Menschenmengen aufgrund einer erhöhten Infektionsgefahr, Übelkeit, täglichen Arztterminen führen. Mein Immunsystem war stark, ich war in dem gesamten Jahr nicht einmal krank. Ich trieb Sport und lief am 18. Oktober 2015 meinen ersten Zehn-Kilometer-Volkslauf in einer Stunde und acht Minuten. Das war keine Siegerzeit, aber ich fühlte mich als Gewinner, weil an all dies während meiner Chemotherapie nicht zu denken war. Ich fühlte mich trotz des Krebses so gut, wie seit Jahren nicht mehr. Beim letzten CT im Dezember 2015 war keine Stoffwechselaktivität mehr nachweisbar. Das heißt, der Krebs war weg. Der dafür nötige Zeitraum war vergleichbar mit dem, den eine Chemotherapie gedauert hätte. Auf mich bezogen war das Risiko geringer und die Lebensqualität deutlich höher.


Positives in der Krankheit erkennen

Nachdem ich in einem Forum für Alternativmedizin kurz beschrieben habe, welchen Weg ich gegangen bin und wie erfolgreich dieser war habe ich unerwartet viele Emails erhalten. Diese Nachrichten haben mir gezeigt, dass viele kranke Menschen schon offen für Alternativen sind, ihnen aber für Informationen, Anlaufstellen und ähnliches kaum Zeit bleiben um weitere Hilfen zu erhalten. So war es für diese Personen gut mit mir in Kontakt zu treten, um genau zu erfahren wie es ist beide Wege zu gehen.

Ich bin von je her ein optimistischer, lösungsorientierter Mensch und versuche, bei allem im Leben auch immer die andere, die gute Seite zu sehen. Meine Krankheit ist nicht schön und ich hatte viele Schmerzen und leide zum Teil jetzt noch an den Folgen der Behandlung. Ohne den Krebs - vor allem nicht ohne das Rezidiv - hätte ich aber niemals so innegehalten, mein Leben kritisch beleuchtet und wesentliches verändert. Ich habe das Glück, dass ich die Krankheit zwei Mal überstanden habe und vielleicht sogar stärker aus dieser Zeit herausgekommen bin. Ich möchte Menschen Mut machen, diesen Weg mit Herz und Verstand auszuprobieren.


Käthe Golücke