Der Zuckerrausch

04.03.2017

Als ich 1988 mein Buch "Willst Du gesund sein, vergiss den Kochtopf!" beendete, hatten wir in der Bundesrepublik Deutschland bereits zwei Millionen Zuckerkranke. Jetzt im Jahr 2000 werden in ganz Deutschland sechs bis acht Millionen Diabetiker gezählt. Da sich in der Regel weitere 50 Prozent im vordiabetischen Zustand befinden, ohne dass sie davon eine Ahnung haben, kann man jeden achten Deutschen als zuckerkrank bezeichnen. Die Ursache ist einzig und allein die heutige Luxusernährung, verbunden mit mangelhafter Bewegung.

Ich war zum 80. Geburtstag unseres Dorfarztes (ein guter Hausarzt) eingeladen. "Helmut, Achtzig!", sagte er mir." Er war stolz auf sein damalig erreichtes Alter. Jedoch wusste ich, dass er keine Schuhe mehr tragen konnte, denn die Zehen waren bereits schwarz geworden: Zucker!

Mehr Fett essen

Man lernt nie aus, ich nehme mich da gar nicht aus. Wie kann man die Zuckerkrankheit überwinden? Durch mehr Fett essen! Fett in jeder Form erhöht nicht den Insulinspiegel. In meinem letzten Buch Rohkost statt Feuerkost habe ich ausführlich über den glykämischen Index geschrieben. Je fetthaltiger, je tiefer der Spiegel, desto gesünder die Nahrung. Da ich mein viertes Buch schreibe, das irgendwann in den nächsten Jahren erscheinen wird (Anm. der Redaktion: Leider nicht fertig gestellt und nicht veröffentlicht), habe ich diesen Winter aus Florida mehrere Bücher als Titelbeispiel mitgebracht. Unter anderem "Das Schwarzbein- Prinzip. Die Wahrheit über Abnehmen, Gesundsein und sich jünger fühlen" Zu Hause habe ich erst entdeckt, welcher Schatz in diesem Buch der jungen US-Ärztin Frau Dr. Diana Schwarzbein steckt. Da sie 18 Jahre lang von ihren Eltern und Großeltern mit Zuckersachen aller Art und den dadurch verursachten fatalen Nebenwirkungen groß geworden ist, hat sie dem Zucker und Insulinproblem in ihrem Buch den größten Raum gewidmet.

Das heutige Lehrprinzip der Diätpäpste: wenig Fett, Kalorieneinsparung, reichlich Kohlenhydrate ist total falsch und hilft nur der Diätindustrie! Sie wirbt auf ihren Produkten damit: 0,1 Prozent Fett, bei Keksen gar null Fett. Aber umso mehr Zucker ist in diesen Produkten. Wie prächtig bekommt man den billigen weißen Zucker doch bezahlt.

Ich erinnerte mich an ein Buch des New Yorker Arztes Dr. Hermann Taller mit dem herausfordernden Titel "Fett macht schlank" Ich habe das bereits 1961 erschienene Buch wieder herausgesucht, und siehe da, es stimmt im Prinzip mit dem neuen Buch von Dr. Schwarzbein überein, die auch ein Buch für Vegetarier geschrieben hat.

An vielen praktischen Beispielen beweist sie, dass man die Zuckerkrankheit, das Gewichtsproblem, die Herzkrankheiten, die Süchte durch Umstellung auf eine fettbetonte Ernährung überwinden kann. Für Rohköstler heißt das mehr Avocados und Nüsse! Ich habe euch in den letzten Jahren die Bücher des jungen Dreierteams, alle um die 30 Jahre alt, aus San Diego vorgestellt. Der eine, David Wolfe, hat allein mit Avocados 100 Pfund abgenommen, man nennt ihn "Fats-Avocados". Auch er beweist, dass das Prinzip der Ärzte Dr. Schwarzbein und Dr. Taller richtig ist.

Da die Zuckerkrankheit ein großes menschliches und volkswirtschaftliches Problem geworden ist, werde ich in Kürze über die greifbaren Heilungschancen ausführlich berichten. Wir werden sehen, dass der große Verzehr von Importfrüchten die Bauchspeicheldrüse ständig reizt, es wird zu viel Insulin ausgeschüttet. Vorsicht, Sie können daher trotz guter Obstrohkost leicht zuckerkrank werden.

Folgenden Beitrag habe ich vor über zehn Jahren geschrieben. Da er für alle, besonders für Teilrohköstler, sehr wichtig ist, möchte ich diesen für hier noch einmal wiederholen. Dabei bin ich froh, dass ich mich nicht korrigieren muss.

Hypoglykämie

Hypoglykämie, das Wort bedeutet Unterzuckerung im Blut, im Gegensatz zu der Diabetes, der Überzuckerung. Sprechen wir jetzt der Einfachheit halber abgekürzt von der Hypo.

Mein Bericht basiert nicht nur auf eigenen Erfahrungen, sondern auf zahlreichen Büchern, die ich in den letzten Jahren aus den USA mitbrachte. Ich habe noch kein deutsches Buch über die Hypo gefunden. Es gibt aber einige in Deutsch geschriebene Absätze in folgenden Büchern:

Dr. Burgerstein: Orthomolekulare Medizin, Haug-Verlag

Dr. Schuitemaker: Orthomolekulare Ernährungsstoffe, VM Verlag

Dr. Atkins: Ernährungswende, Energie Diät, Diätrevolution, Fischer-Verlag

Was ist das für eine geheimnisvolle Krankheit, über die hier in Deutschland kaum jemand spricht? Auch kein Arzt, der es wissen müsste, aber nicht daran glaubt. Ich führe hier die Symptome auf, die von einer Hypo kommen, besonders, wenn diese schon länger andauert:

  • 90 Prozent der Fälle: Nervosität - Erschöpfung - Verwirrtheit - Schwindel - Zittern - Ohnmächtig werden - Schwächeperiode - Depression - Kopfschmerzen - Lärmempfindlichkeit
  • 60 bis 80 Prozent der Fälle: Schlaflosigkeit - Ängstlichkeit - Vergesslichkeit - Schläfrigkeit - Verdauungsbeschwerden - Pulsbeschleunigung - Muskelschmerzen - Taubheitsgefühle - Unentschlossenheit - Jucken der Augenlider
  • 40 bis 60 Prozent der Fälle: Geistig durcheinander - Zucken im Körper - Sexuelle Unlust - Unsoziales Benehmen - Losschreien - Allergien - Asthma - Konzentrationsmangel - Schleier vor den Augen - Krämpfe in den Beinen
  • Sonstige in verschiedener Stärke auftretende Fälle: Muskelzucken, Impotenz, Heißhunger, Herzneurosen, klamme Haut, Stottern, Alpträume, Alkoholismus, Herzklopfen, Trockene Haut, Gähnen, Phobien, Störungen der Schilddrüse, Hautausschläge, Trockener Mund, Colitis, Hysterie, Drogensucht, Ohrensausen, Senilität, Neurodermitis, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Multiple Sklerose, Panik, Wahnsinn, überaktives Kind, Rheuma, Arthritis, kalte Hände und Füße, Neigung zu Selbstmord, Sprachstörungen, Magen-Darmgeschwüre, nervöser Zusammenbruch

Findest du dich wieder bei einigen dieser Symptome, die dich jahrelang begleiten, aber du keine Heilung verspürst? Zugegeben, alle Symptome können auch andere Ursachen haben. Wenn du aber bisher vergeblich von einem Arzt zum anderen gerannt bist mit dem Ergebnis, dass du gesund bist oder gar zum Psychiater auf die Couch überwiesen wurdest, so suche dir einen Arzt, der etwas von dieser geheimnisvollen, versteckten Krankheit weiß und den sechs-stündigen Blutzucker-Toleranztest macht.

Dr. Steincron nennt solche Ärzte, die sich immer noch blind stellen stur, hartnäckig und taub.

Was ist nun diese Hypo?

Was ist diese Unterzuckerung? Ganz einfach. Wenn wir eine zucker- und stärkereiche Mahlzeit essen, dann signalisiert unser Gehirn an die Bauchspeicheldrüse: Sofort Insulin produzieren und in die Blutbahn schleusen, um den hohen Blutzuckerspiegel schnell wieder auf die Normalhöhe abzubauen.

Unsere falschen Essgewohnheiten - zu süße Kost, zu wenig kauen, zu üppige Mahlzeiten - bringen diese automatische Regelung aber durcheinander. Es erfolgt ein zu schneller Abbau des wichtigen Blutzuckerspiegels unter die Norm. Diese Unterzuckerung des Blutes kann dann alle aufgeführten Symptome erzeugen.

Die Zuckerkranken kennen diesen Zustand genau, wenn sie einmal zu viel Insulin gespritzt haben, werden Sie blass, flau, zitterig, kalter Schweiß steht auf der Stirn. Eine Soforthilfe ist dann ein Stück Zucker. Wer diese Signale überhört, kann den diabetischen Schock, ja sogar den Tod erleiden.

Warum macht unser Körper das mit uns? Nun, wir selbst machen das mit unserem Körper! Wer hat denn gesagt, dass wir nicht die fruchtzuckerhaltigen Früchte frisch, reif und roh essen sollen? Wer hat befohlen, aus Zuckerrüben oder Rohrzucker weißen, toten Zucker herzustellen? Wer hat uns gedrängt, die Grobstoffe aus dem vollen Korn zu entfernen, damit die Schweine das Beste bekommen? Und wir Menschen den verbleibenden weißen Kleister essen?

Je weißer das Brot, je schneller der Tod

Wer hat angeordnet, den Bienen den Honig zu klauen? Denn Bienenhonig erzeugt genauso eine Unterzuckerung wie alle anderen Zuckerstoffe, ganz gleich, wie diese heißen. Dieses Auf und Ab mit dem Blutzucker machen wir durch unsere törichte Ernährung selbst.

Wir selbst erzeugen den gefährlichen Insulinstau in unserem Blut! Letzten Endes geht nichts mehr. Die Abhängigkeit von Tabletten und die Insulinspritzerei beginnen, die Bauchspeicheldrüse wird erbarmungslos überlastet bis sie den Dienst versagen muss.

50 Kilogramm Zucker pro Kopf jährlich

50 Kilogramm Zucker jährlich verzehren wir heute pro Kopf allein in Deutschland. Bei Honig sind wir schon die größten Verbraucher der Welt. Honig ist ja so gesund, sagt die Werbung und das posaunen leider auch die meisten Ernährungsfachleute besonders die Vollwertenthusiasten. Und welche Menge Weißmehl wird erst verzehrt?!

Kaffee- und Kuchenstunden sind Giftminuten für Herz und Kreislauf

Stellt euch plastisch vor: Morgens die frischen Brötchen mit Butter, Marmelade, Honig, Käse, Wurst usw. - Brötchen, Marmelade, Honig erzeugen Unterzuckerung. Als Getränk Kaffee, Tee, Kakao, alle erzeugen durch das Koffein die Erhöhung des Insulinspiegels, hinterher folgt ein zu schneller Abfall, der Zyklus wird gefährlich in Gang gesetzt. Zum zweiten Frühstück vielleicht einen Kopenhagener, ein Donut, ein Stück Weißbrot, wieder Kaffee, Tee und Kakao oder Schokolade, hinterher erneut Unterzuckerung.

Das Mittagessen mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln mag gerade noch so gehen, wenn auch alles tot gekocht ist. Kartoffeln und das Mehl in der Fleischsoße erzeugen aber Unterzuckerung. Jedoch sorgen das Eiweiß des Fleisches und die fettigen Soßen für eine Verzögerung, so dass eine wirkliche Unterzuckerung kaum erscheinen wird. Danach folgen die Süßspeise, die Tasse Kaffee, Tee und der Schnaps, die Zigarette, die allesamt die Unterzuckerung fördern.

Der Tabak ist im Zusammenhang mit der Unterzuckerung deswegen verhängnisvoll, weil dieser die Nebennieren anregt, Glykogen (Zuckerreserve) aus der Leber (Zuckerspeicher) in die Blutbahn zu werfen, um Notzustände, wie bei Angriff oder Verteidigung, zu entfachen, um Kraft zu haben. Anschließend fällt der Zuckerspiegel rapide ab. Die Raucher benötigen deshalb immer neuen Nachschub, sonst fühlen sie sich erschöpft. Nikotin verengt bei diesem Spiel, das der Mensch einmal als wild lebendes Menschentier benötigte, die kleinen Kapillaren. Infarkte drohen bei "verkalkten" Arterien oder einfach durch Verkrampfungen.


Die Fortsetzung des Artikels finden Sie auf unserer DVD.