Kann der Mensch von Früchten leben?

06.03.2017

(aus Life - Science - College)


Eine Leserin stellt die Gültigkeit der natürlichen Gesundheitslehre in Frage:

Ich möchte den Wert einer reinen Früchtekost, wie Sie von Ihnen empfohlen wird, in Frage stellen. Sie behaupten, sie sei die ursprüngliche Kost des Menschen gewesen. Weiß überhaupt jemand wirklich, was vor Tausenden von Jahren gegessen wurde? Erscheint es nicht vernünftig, zu folgern, dass der Mensch aß, was immer ihm zur Verfügung stand? In warmen Klimazonen waren es möglicherweise nur Früchte. Aber wir müssen die Dinge sehen, wie sie sind und nicht wie sie waren, oder wie wir sie gern hätten. Wie wir alle wissen, werden unsere Früchte auf chemisch verseuchten, minderwertigen Böden angebaut. Bananen werden begast, Äpfel werden während des Wachstums intensiv gespritzt und danach stark gewachst, Zitrusfrüchte werden in Reinigungsmitteln gewaschen und mit Fungiziden gespritzt usw. Daher nehmen wir fortlaufend hohe Dosen der gleichen Giftstoffe auf, wenn wir nur die Früchte essen, die für die meisten von uns erhältlich sind. Zudem enthalten Früchte und Fruchtsäfte ein Übermaß an Zucker. Die Iren lebten nur von Kartoffeln und waren stark und gesund. Sie waren fähig, harte, körperliche Arbeit zu leisten. Früchte werden in Kalifornien und anderen Staaten mit Melathion, einem tödlichen Giftgas, gespritzt. Sogar, wenn man sein eigenes Obst zieht, wird die vergiftete Luft von in der Nähe liegenden Gärten, Landstraßen usw. herübergeweht. Einige Früchte sind stark säurebildend, wie z.B. Zwetschgen, Preiselbeeren und Pflaumen. Fruchtsäfte zerstören den Zahnschmelz und enthalten nicht genügend Eiweiß. Ist eine reine Früchtekost nicht nur in einem warmen Klima möglich, wo das Obst an Bäumen voll ausreifen kann?

Antwort:

Es ist klug von Ihnen, jegliches neue, Ihnen unbekannte Konzept zu hinterfragen. Es zeugt von Umsicht, dass Sie die Vielzahl von Behauptungen, die heutzutage gemacht werden, mit Skepsis betrachten. Natürlich wäre es ebenso klug gewesen, wenn Sie die Vorstellungen, die Sie jetzt haben, hinterfragt hätten, bevor Sie diese annahmen, denn wir alle neigen dazu, jenen Vorstellungen a priori Bedeutung beizumessen, die wir uns im Laufe unseres Lebens in vorangegangenen Jahren zu eigen gemacht haben. Ich hoffe, Sie haben ein ausgeprägtes kritisches Urteilsvermögen, um einzuschätzen, wo die Wahrheit liegt.

Die Behauptung, dass die Menschen Früchteesser seien, stammt nicht von der natürlichen Gesundheitslehre. Sie ist eine Sache der biologischen Wissenschaft. Anthropologen und Biologen haben den Menschen ursprünglich den Frugivoren zugeordnet, und diese Klassifizierung wurde durch viele bedeutende Biologen, Anthropologen, Archäologen und Physiologen bestätigt und bewiesen. Der Mensch ist nachweislich mit den früchteessenden Primaten verwandt, einschließlich des nur handgroßen, affenartigen, auf Bäumen lebenden Tarsiers, der ausschließlich von Früchten lebt. Es gibt viele Beweise für unseren Ernährungscharakter, von denen Sie einige mittels Ihrer eigenen Sinneskräfte bestätigen können. Ich stelle weitere Quellen, aus denen die Veranlagung des Menschen als Früchteesser hervorgeht, vor:

Beweise eines Wissenschaftlers

Dr. Alan Walker, ein Anthropologe an der John Hopkins Universität Maryland, hat die Ergebnisse seiner Forschungen an fossilen Zähnen von vor Millionen von Jahren lebenden Menschen freigegeben. Er gelangte zu folgendem Schluss: der Mensch war ein ausschließlicher Früchteesser während des größten Teils seiner Vergangenheit. Dr. Walkers Forschungsdaten wurden am 15. Mai 1979 in der New York Times veröffentlicht.

Anatomische Beweise

Menschen sind wie andere früchteessende Primaten aufgebaut. Sie haben stereoskope Augen, Greifhände, eine glatte Zunge, keine speziell zum Wassertrinken ausgebildete Ausrüstung, eine kleine Leber, 32 Zähne, einen kleinen Mund, einen Verdauungstrakt, der ungefähr der zehnfachen Rumpflänge entspricht usw.

Physiologische Beweise

Der Mensch hat einen relativ schwachen Speichel, lediglich ein einziges stärkeabbauendes Enzym in begrenzten Mengen, einen Magensaft, der nur ein Zehntel der Stärke des Magensaftes von fleischfressenden Tieren hat, und eine schwach ausgeprägte Fähigkeit, Eiweiß und Fette abzubauen im Vergleich zu Tieren, die mit fetter Nahrung, Eiweiß- und Stärkekost gut gedeihen. Der Mensch sondert keine Cellulase ab, wie es pflanzenfressende Tiere tun. Seine Drüsen produzieren so wenig Amylase, dass er wahrscheinlich nach ein oder zwei Löffeln voll rohem Weizen, Körnern oder Mehl, schon zu würgen begänne. Der menschliche Organismus verarbeitet Früchte außergewöhnlich wirksam und verfügt nach der Verdauung sehr schnell über ihre Nährstoffe, wo hingegen Fette und Eiweiß Stunden benötigen. Darüber hinaus kann der Körper seine Bedürfnisse nicht gut aus Fett-, Eiweiß- und Stärkenahrung befriedigen. Lediglich die Früchte erfüllen unseren Nährstoffbedarf in idealer Weise.

Beweise durch Ihre Sinnesorgane

Stellen Sie sich in einem Naturzustand vor, wo der Nahrungsbedarf der gesamten Tierwelt zur Verfügung stünde, einschließlich aller geläufigen Nahrung wie Gräser, Körner, Vögel, Geflügel, Schweine, Kaninchen, Fische, Früchte, Unkräuter (Kräuter oder Pflanzen), Insekten, Nüsse, Samen, Rindvieh, Reptilien und die vielen anderen Dinge, von denen Menschen und Tiere sich heute ernähren. Wären Sie nur mit der uns von Natur aus mitgegebenen körperlichen Ausrüstung, d. h. ohne Werkzeuge, ohne Kochherde, ohne sonst irgendetwas, wären Sie so geneigt, frisches Gras zu essen? Insekten? Vögel und Geflügel, die Sie zudem ja noch nicht einmal greifen könnten? Wildkräuter? Rohen Fisch, wofür Sie auch keine Ausstattung besitzen, um ihn zu fangen? Rinder, deren Leben Sie angreifen müssten? Reptilien? Oder Früchte? Was würden Sie im Rohzustand wählen? Köstliche, an Bäumen, Reben oder Stielen gereifte Früchte oder andere Kost?

Was spricht Ihre Sinne an? Was erfreut das Auge als Nahrung? Was reizt mit seinen Aromen und Düften den Geruchssinn? Was ist ein geschmacklicher Hochgenuss in seinem natürlichen Rohzustand? Wenden Sie diesen Test der Reihe nach auf jede der Theorien an. Was bleibt Ihnen in jedem Falle schließlich über?

Was, glauben Sie, würde passieren, wenn Sie die folgenden Dinge zusammen mit einem zweijährigen Kind in ein Kinderbett legen würden: ein junges Kaninchen, Bananen, Äpfel, Trauben und duftende Pfirsiche? Glauben Sie, das Kind würde das junge Kaninchen essen und mit den Früchten spielen? Wären Sie geneigt, den Kopf dieses niedlichen, kleinen Kaninchens in Ihren Mund hineinzustopfen und sein Leben durch einen tödlichen Biss in die Kehle auszulöschen? Würden Sie sein Fleisch mit Behagen genießen? Sein Blut auflecken? Seine Knochen zermalmen und kauen? Zufällig sein Haar mitverschlucken? Und sich an seinen Innereien ergötzen, wie es fleischfressende Tiere tun? Was erklären Ihre Sinne zu unserer natürlichen Nahrung?

Beweise durch physiologische Bedürfnisse

Welche Bedürfnisse haben Sie? Und was befriedigt sie am besten und in idealer Weise? Menschen benötigen ungefähr 90 Prozent ihrer Nährstoffe in Form von Glukose, um diese in Energie umzuwandeln. Sie benötigen etwa fünf Prozent Aminosäuren (jedoch kein Eiweiß, da der menschliche Organismus Eiweiß nicht als solches verwendet), für Wachstums- und Aufbauprozesse sowie Ersatz von Zellmaterial, etwa drei Prozent Mineralstoffe, vielleicht ein Prozent Fettsäuren und ein Prozent an Vitaminen und anderen Substanzen bekannter und unbekannter Art. Welche Nahrung befriedigt diese Bedürfnisse in angemessener Form und ideal proportionierter Zusammensetzung? Wodurch ist diese Nahrung so ausgestattet, dass sie schnell aufgenommen und effizient verwertet wird? Bei welcher Nahrung können wir bis zum Punkt der Sättigung von nur einem Lebensmittel essen und dennoch unser Bedürfnis an allen Nährstoffen stillen? Welche Kategorie von Lebensmitteln erfreut unsere Sinne in ihrem natürlichen Zustand als von der Natur bereitgestellte Nahrung? Welche Gruppe von Lebensmitteln deckt zudem den Wasserbedarf unseres Körpers? Ganz gleich, nach welchen Kriterien Sie urteilen, Früchte stellen die einzige Nahrung dar, die die menschlichen Bedürfnisse vollkommen erfüllen kann.

Bevor ich auf Ihre weiteren Einwände eingehe, lassen Sie mich zunächst folgende Frage betrachten: "Erscheint es nicht vernünftig, zu folgern, dass der Mensch aß, was immer ihm zur Verfügung stand?" Ja, es erscheint durchaus vernünftig, und der Mensch hat dies auch getan. Während der meisten Zeit der Existenz des Menschen auf der Erde waren jedoch Früchte reichlich verfügbar und er lebte daher ausschließlich von ihnen, wie Dr. Norman Walker bewiesen hat. Aber was ist mit dem Gorilla, könnten Sie fragen. Der Hauptteil seiner Nahrung ist Pflanzenkost. Beweist dieser riesige Primat nicht, dass eben nicht alle Primaten Frugivoren sind? Ja, in seinem afrikanischen Lebensraum frisst der Gorilla größtenteils wilden Sellerie und saftige Stängel. Kommt jedoch die Reifezeit einer Fruchtsorte, so ignoriert der Gorilla pflanzliche Kost, solange ihm diese Frucht zur Verfügung steht, wie ein Biologe berichtet.

Experimente im zoologischen Garten von San Diego haben bewiesen, dass Gorillas pflanzliche Nahrung ganz aufgeben, wenn ihnen Obst geboten wird. In ihrem afrikanischen Lebensraum fressen Riesengorillas 30 bis 50 Pfund Pflanzenmaterial täglich - sie sind Fress- und Defäkationsmaschinen, denn auch ihre Drüsen produzieren keine Cellulase, jenes Enzym, das notwendig ist, um faseriges Pflanzenmaterial abzubauen. Ernähren sie sich von Früchten, so fressen sie nur zwischen 10 und 15 Pfund täglich.

Obst dient uns in den meisten Klimazonen als beste Nahrung. Unsere Anatomie ändert sich nicht aufgrund klimatischer Veränderungen. Unsere physiologischen Bedürfnisse und Fähigkeiten ändern sich nicht nur wegen eines Klimawechsels.

Ihre Klage, dass Früchte auf chemieverseuchten, minderwertigen Böden gezogen werden, ist richtig. Ja, unser Obst wird begast, gespritzt, gewachst, in Reinigungsmitteln gewaschen usw., genau wie Sie schreiben. Diese Anklagen verdoppeln und verdreifachen sich jedoch bezüglich jeder anderen Nahrungskategorie, die als Kost für den Menschen verwendet wird. Dies macht sie, abgesehen von ihrer biologischen Untauglichkeit für den Menschen, zu einer umso größeren Belastung in unserer Ernährung, nicht wahr? Und außerdem, können wir nicht unsere Früchte unter natürlichen Bedingungen anbauen?

Sogar im schlimmsten Falle sind Früchte immer noch besser als alles, was danach kommt. Jedermann ist aufgerufen, den schädigenden Einfluss zu ändern! Auch "bearbeitetes" Obst bleibt lebendige Kost für lebendige Wesen. Was nützen biologisch gezogenes Obst und Gemüse, wenn sie anschließend zu 99 Prozent in den zerstörerischen Kochtopf wandern?