Mein Leidensweg zur Rohkost

06.04.2017

Mein Leidensweg zur Rohkost war mit guten Vorsätzen gepflastert
Aus WA-Aktuell, Ausgabe 64, Juli 2010

Wir, meine Frau und ich, verfolgten aufmerksam die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), so dass wir immer auf dem neuesten Stand waren und wussten, wie wir uns gesund zu ernähren hatten. Konkret bedeutete das, wenig Fleisch, hauptsächlich weißes, und das nur gekocht oder gedünstet, also Geflügel oder Fisch und auch Wild, weil es sich in freier Natur artgerecht, das heißt gesund ernährt. Nichts Konserviertes oder Gepökeltes, dafür Tofu. Nur Vollkornbrot und Vollkornprodukte, Reis und Kartoffeln, Pellkartoffeln, keine Pommes! Viel gedünstetes Mischgemüse, Gemüsesuppen. Grüne Salate mit Joghurtdressing. Nur fettarme Milch bzw. Milchprodukte. Keine Butter, sondern die gute, cholesterinfreie Margarine. (In "Prost Mahlzeit" von Udo Pollmer wird beschrieben, wie man aus einer mit Natronlauge entsäuerten Benzin-Öl-Mischung Margarine macht). Kaffee nur koffeinfrei, nur grüner Tee, weil so gesund, kein Zucker, sondern Süßstoff und so weiter. Und, sehr wichtig, nach der Mahlzeit oder dazwischen, für den kleinen Hunger, drei Mal täglich Obst. Dazu haben wir uns viel und intensiv im Wald, an frischer Luft bewegt, und im Garten bei fleißiger Arbeit tüchtig geschwitzt. Ich habe regelmäßig zweimal in der Woche gejoggt. Wir gingen ein Mal pro Woche in die Sauna, sind oft stundenlang gewandert. Selbstverständlich kein Nikotin und kein Alkohol. Na ja, mal ein Glas guten Rotwein zum Lammfleisch musste schon sein, man gönnt sich ja sonst nichts. Wir waren stolz und felsenfest von der Richtigkeit unserer Lebensweise überzeugt. Kein Mensch weit und breit hat es je gewagt, auch nur ansatzweise an unserer gesunden Lebensweise zu zweifeln, wir selbst schon gar nicht. Die Welt war uns rund genug.

Das Unterbewusstsein aber sagte uns: Freut euch des Lebens, denn es könnte schlimmer kommen als ihr denkt. Wir freuten uns, und es kam schlimmer!

Der Zahn der Zeit, die bösen freien Radikale, die Zutaten zu den vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen (Es gibt 2700 künstliche Aromen, siehe 1), Stabilisatoren, Emulgatoren, Fungizide, Pestizide und all die E-s von E1 bis En, haben dazu beigetragen, dass die altersbedingten Wehwehchen begannen. Das jedenfalls war unsere Überzeugung. Wie wir heute wissen, waren wir mediengesteuert, der massiven Desinformation der Medien ausgesetzt. So besteht zum Beispiel das "naturidentische" Erdbeeraroma aus mehreren Hundert verschiedenen Substanzen (1). Die Unkenntnis über die direkten Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Rohkost, bzw. die Ernährung mit der gutbürgerlichen Kochkost, haben uns langsam aber sicher alt und anfällig werden lassen. Ich wurde immer häufiger müde, brauchte immer mehr Zeit, um meine Joggingstrecke zu bewältigen, kam beim Hochlaufen der Hügel außer Atem, musste bergauf gehen. Nachts musste ich drei bis vier Mal raus, es ziepte in der Schulter, dann im Knie, in der Lende ... na ja, sagte ich mir, es wird halt keiner jünger, nichts hält ewig, auch der schönste Hut wird mal schäbig. Eines Tages kam die Quittung: Ich bin bewusstlos umgefallen. Notruf 112, mit Tatütata ins Klinikum. Herzinfarkt. Herzkranzgefäßverengung. An zwei Stellen, die zu 90 Prozent zu waren, wurden mir Stents implantiert. Als ich dem Arzt sagte, dass ich mich gesund ernähre und sportlich sehr aktiv bin, sagte er, dass die von mir geschilderte Ernährung zwar richtig war, aber der Infarkt auch genetisch bedingt sein kann. Ohne diese gesunde Ernährung und die körperliche Aktivität wäre ich wahrscheinlich zehn Jahre früher auf seinem OP-Tisch gelandet. Ja, und ich habe ihm das sogar geglaubt.

Es ging dann wieder aufwärts, aber so richtig fit wurde ich nicht wieder, denn die restlichen Herzkranzgefäße waren auch verkalkt, es wurden nur die zwei schlimmsten Stellen durchlässig gemacht. Es kam aber noch bedeutend schlimmer. Die Prostata rebellierte, ich musste fünf bis sechs Mal des Nachts raus. Ich wusste in jeder Stadt, in jedem Supermarkt wo die Toiletten sind. Meine Blase fasste maximal 100 ml. Wenn ich nach zehn Minuten Harndrang kein Wasser lassen konnte, ging es einfach in die Hose. Die Prostata-Tabletten haben meine Beschwerden zwar gelindert, aber meine Brüste wurden immer dicker. Eine teure Hyperthermie-Behandlung in Heidelberg, die ich selbst privat bezahlen musste, hat nicht viel gebracht, denn nach einem halben Jahr haben sich die alten Beschwerden wieder voll und ganz eingestellt. Durch die Lektüre diverser Fachliteratur kam dann die Wende:

Meine erste, erschreckende Erkenntnis:

  1. Erhitzen (über 42 Grad Celsius) tötet alle Lebensmittel.

  2. Brot verstopft die Blutgefäße. Der Mensch hat keinen Kropf, verträgt kein Getreide.

  3. Fleisch macht den Menschen krank.

  4. Milch begünstigt Osteoporose, und, und, und...

Diese Hiobsbotschaften musste ich erstmal verkraften. Ich war konsterniert, geschockt, überrascht, empört. Wieso hatte ich noch nie etwas von der Rohkost gehört? Warum wird diese gesunde Ernährungsform nicht in allen Medien den Millionen Kranken, die sich dadurch selbst heilen könnten, kundgetan? Warum gehört Rohkost nicht zu den Pflichtfächern in den Schulen? Ein jeder, der weiß, wie er sich gesund ernähren kann, und es trotzdem nicht tut, müsste höhere Beiträge in die Krankenversicherung zahlen. Warum muss ich jetzt, seit ich mich konsequent gesund ernähre, und keinen Arzt mehr benötige, immer noch Beiträge bezahlen? Eigentlich bezahle ich sie ja gar nicht, sondern sie werden mir von der Rente automatisch abgezogen. Was kann ich dagegen tun? Meine Rente nach Luxemburg oder in die Schweiz überweisen? Bringt auch nix! Na ja, die Behandlung von Raucherbeinen, Drogensüchtigen, Alkoholikern und Komasäufern kostet ja auch Geld. Alle in den Wilden Westen schicken, geht nicht und wäre auch zu teuer. (2009 wurden 25.700 Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, siehe 2). Laut dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) gibt es in Deutschlandacht Millionen Diabetiker. Tendenz rasant steigend. Diabetes Typ 2 entsteht durch Überfressen und Trägheit. Das DDZ sagt es Patientenverträglicher: "Typ 2 entsteht durch Überernährung und verminderte körperliche Aktivität" Wer, bitte schön, muss die Behandlung der Diabetiker bezahlen? In vielen Frauenzeitschriften wird auf der Umschlagseite irgendeine lächerliche Diät zum Abnehmen angepriesen. Die Kehrseite: Während wir uns überfressen verhungern täglich tausende Kinder an Unterernährung. Unsere Kinder werden immer dicker und leider auch immer häufiger Diabetiker. Heute weiß ich, dass den Millionen an chronisch-degenerativen Krankheiten leidenden Menschen, ganz bewusst, aus purer Profit- und Geld gier, nicht geholfen wird: Im Jahre 2002 wurden die Medizinischen Fakultäten aller Universitäten Deutschlands von Dr. Georg Meinecke in einem klar und eindeutig formulierten Schreiben über die himmelschreiend einfache Möglichkeit der nebenwirkungsfreien Heilung aller Krankheiten durch die Rohkosttherapie (Gerson) informiert. Ergebnis? Gleich Null! Die Giftpillenproduktion bringt Milliarden ein. Das Fußvolk, das in gutem Glauben zum Arzt läuft, leidet, bezahlt und stirbt, in der Überzeugung, dass Gott ihr Schicksal so vorbestimmt hat. Da hat die Pharmaindustrie ganze Arbeit geleistet! Diese Arbeit ist spitze, aber das Ergebnis ist der Gipfel: Es gibt Menschen, die von der Pharmaindustrie mit Hilfe der Ärzte in Patienten umfunktioniert werden, die den ganzen Tag eine Schachtel mit sich herumschleppen, die zehn Fächer für verschiedene Tabletten hat. (Habe ich selber gesehen). Ja, die Schlauen machen die Pillen, die Dummen schlucken sie, auch dann, wenn sie immer teurer werden. Zu den Dummen habe auch ich gehört. Bei dieser Tablettensucht der Menschheit, bei diesem Gewinn, bei dieser Lobby, soll es Positivlisten geben? Eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel? Will ein Minister das Preisdiktat der Pharmaindustrie brechen? Wer es glaubt wird selig, die Erde ist eine Scheibe, und Contergan ein unschädliches Schlafmittel.

Mein Wille war stark, doch der Körper schwach

Ich wollte mein neu erworbenes Wissen sofort umsetzen, und habe mit dem Fasten begonnen. Am dritten Fastentag wurde mir übel, ich konnte vor Hunger nicht schlafen, hatte Kopfschmerzen, die Nieren schmerzten, es war nicht mehr auszuhalten. Ich habe das Fasten gebrochen und Obst gegessen. Zum Frühstück habe ich ab sofort nur Obst gegessen, mittags Gemüse, zwischendurch Avocado mit Salz und Pfeffer. Um endlich satt zu werden, habe ich mir Essener Brot gekauft. Ich hatte immer Hunger. So ging es einfach nicht weiter. Ich habe nun Avocados mit Kürbiskernöl gemixt und dazu Pellkartoffeln gegessen. Davon wurde ich endlich satt. Mir war aber bewusst, dass ich sündigte, ich hatte ein schlechtes Gewissen und bin wieder zur strikten Rohkost zurückgekehrt. Das ging zwei bis drei Wochen gut, dann habe ich mich wieder besser gefühlt und geräucherte Forelle, die nicht gekocht war, oder rohes Rinderhack zum Gemüsesalat gegessen. Ab und zu ein bisschen gekochtes Geflügelfleisch zum bissfest gedünsteten Gemüsemix. Immer wenn nach einer längeren Rohkostperiode die Beschwerden nachließen, habe ich gesündigt. Heute weiß ich, es war die Sucht nach Brot, Salz, Fleisch und Zucker.

Ich habe von der Existenz Helmut Wandmakers erfahren, seine Bücher gekauft mit der Hoffnung im Hinterkopf, dass er mir Absolution erteilen wird, und ich mich nicht mehr so strikt an die Rohkost halten muss. Daraus wurde aber nichts. Im Gegenteil, die Lektüre seiner Bücher hat mir klargemacht, dass es keine x-prozentige Rohkost geben kann. "Willst du gesund sein? Vergiss den Kochtopf!". Nicht mehr und nicht weniger. Der Titel des Buches sagt alles. Auch von "Rohkost statt Feuerkost" gab es keine Absolution. Mein Körper aber forderte sein Recht auf Fleisch, Salz, Brot und Süßes. Manchmal habe ich eine halbe Tafel Schokolade auf einmal verschlungen, um es nachher zu bereuen. Es war ein ewiges Auf und Ab. Ich wusste, dass nur die Rohkost mich retten kann, war aber nicht in der Lage mein suchtartiges, körperliches Verlangen zu beherrschen.

Die Katastrophe war vorprogrammiert. Nach etwa eineinhalb Jahren Quasi-Rohkost hatte ich auf einmal Blut im Sperma. Es wurde immer mehr. Mein Urologe offenbarte mir: "Ihr PSA-Wert ist viel zu hoch, Sie haben Blut im Sperma, es ist wahrscheinlich Prostatakrebs. Wir müssen eine Biopsie machen, um Gewissheit zu erlangen. Sollte sich die Diagnose bestätigen, muss operiert werden. Inkontinenz und Impotenz nach der OP können leider nicht ganz ausgeschlossen werden". Ich war geschockt. Eine Operation mit diesen Folgen kam für mich nicht in Frage. An Prostatakrebs elendig zugrunde gehen? Nein, danke! Beim Vernehmen dieser Hiobsbotschaft ist mir blitzartig die Aussage von Helmut Wandmaker (keine Ahnung mehr, aus welchem Buch) durch den Kopf gegangen, sinngemäß:

"Gib deinem Körper ein Kilo Obst pro Tag, das wird reichen, um ihn am Leben zu halten, ist aber so wenig, dass die Krebszellen keine Nahrung mehr bekommen und absterben". Das war der Strohhalm, an den ich mich klammerte und die Biopsie ablehnte. Ich hatte Angst vor der ultimativen Gewissheit, dass es Krebs ist, und wollte mir einen letzten Funken Hoffnung bewahren, dass die Beschwerden gutartiger Natur sind. Auch deshalb habe ich die Biopsie abgelehnt. Wenn es ums Ganze geht, das heißt, wenn es lebensbedrohlich wird, und man vor der Variante steht: Krebs oder Rohkost, dann bestimmt der Standpunkt die Perspektive und die Entscheidung kann nur lauten: konsequente Rohkost. Der Groschen ist bei mir gefallen. Ich wusste, wo es langgeht, denn ich hatte mir das nötige theoretische Wissen angelesen, war aber bisher nicht in der Lage, es auch konsequent umzusetzen. Ich habe von ganz vorne angefangen und zwar mit der Darmentleerung mit einem Abführmittel und Fasten: Nichts, gar nichts essen, nur trinken 1,5 Liter pro Tag und einen Teelöffel grüne Mineralerde.

Ab dem dritten Fastentag war ich müde, matt und schlapp, hatte Kopfschmerzen, mir war übel und schwindlig, ich hatte aber keinen Hunger mehr. Am fünften Fastentag war mein Urin braun und stank schrecklich. Meine Zunge war so belegt, dass sie am Gaumen kratzte, ich stank aus dem Mund. Ab dem siebten Tag ging es besser. Am achten Tag bin ich fünf Kilometer gewandert, der Urin wurde klar, der Zungenbelag fast weg, kein Hunger, ich war wieder bei Kräften und habe 150 Milliliter gekauften, frischen Möhrensaft getrunken.

Aber ich habe ihn ausgebrochen, ihn wahrscheinlich zu gierig getrunken. Am neunten Tag, am Nachmittag, einen halben, gut gereiften Apfel gegessen. Nach zwei Stunden eine ganze, reife Banane. Anschließend habe ich drei Tage lang nur reifes, frisches Obst gegessen. Allmählich kam dann Gemüse dazu. Ich wusste, dass ich Blattgrün essen musste, wenn ich wieder zu Kräften kommen wollte. Ich habe es getan, aber nur widerwillig, weil mir außer Linden- und Birkenblättern und Vogelmiere kaum etwas schmeckte. Ich beneide all jene, die Brennnessel, Löwenzahnblätter, Schafgarbe, Weizengras usw. mit Genuss essen können, weil es ihnen gut schmeckt. Ich habe meine grünen Kräuter in die von Helmut Wandmaker empfohlene Quark-Leinöl-Emulsion gemixt und sie so mit Genuss gegessen. Bei einem Aufenthalt im Sonnenhaus von Elke Neu habe ich gelernt, wie man Rohkost richtig zubereitet, und viele wertvolle Rezepte mit nach Hause genommen. Nach sieben Monaten strikter Rohkost haben sich meine Prostatabeschwerden allmählich gebessert, ich konnte bedeutend länger den Urin halten.

Nach zwei Jahren Rohkost kann ich wieder normal wasserlassen, habe keine Schmerzen mehr, meine Blase fasst 500 Milliliter, ich muss in der Nacht nur zwei Mal raus. Ich kann meine Laufstrecke, in der von mir gewohnten Zeit, wieder ganz durchlaufen. Mein Gewicht ist von 62 auf 53 Kilo gesunken. Bei 1,70 m Höhe ist mein Body Index 18.

Vor einem Jahr hat mir eine Bekannte das Buch von Victoria Boutenko "Green for Life, Grüne Smoothies" empfohlen. Daraus habe ich entnommen, dass die Grünpflanzen ihre wertvollen Nährstoffe in den Zellen speichern. Diese aber sind aus einem sehr widerstandsfähigen Material gebaut, und können vom menschlichen Gebiss nur unzulänglich aufgebrochen und deshalb auch nur teilweise aufgenommen werden. Außerdem sind unsere Kiefermuskeln zu schwach, um die rohen Pflanzenfasern gründlich zu kauen. Was aber unser Gebiss nicht kann, schon gar nicht meine Dritten, kann ein guter Mixer hervorragend. Die grünen Smoothies sind zu einer unentbehrlichen Ergänzung meiner Rohkost geworden.


Meine Rohkosternährung besteht heute aus:


Frühstück:

500 bis 700 g Obst, davor nüchtern einen TL grüne Mineralerde

Mittagessen:

4 bis 6 verschiedene Gemüsearten plus Oliven mit einem Dressing auf Avocadobasis. Weil das Gemüseangebot jahreszeitlich bedingt variiert, haben wir für jede Jahreszeit unsere Standard-Gemüserezepte. Unser Gemüse ist bio, denn es stammt zum Teil aus dem eigenen Garten. Aus den Rezeptbüchern von Urs Hochstrasser, Andrea Opitz, Thora Tuoni, Elysa Markowitz, Gabriel Cousens probieren wir immer andere Rezepte aus und die, welche uns schmecken, essen wir immer wieder. Dazu kommen noch die aktuellen Rezepte von Urs Hochstrasser aus der WA-Aktuell, so dass immer für reichlich Abwechslung gesorgt ist. Dazwischen Energieriegel, bestehen nach Belieben aus: Nüssen, Rosinen, Feigen Sonnenblumen und Kürbiskernen, Leinsamenschrot, Kokosraspel.

Abendessen:

600 bis 800 ml grüne Smoothies. Mein Standardsmoothie besteht aus drei Handvoll grüner Pflanzen (Blattgemüse, Wildkräuter), 1/2 reifen Avocado, einer 1/5 bis 1/4 Zuckermelone, 1 reife Banane, 1/4 reifen Mango, 1 Scheibe Ananas, 40 bis 50 Pinienkernen, 1 TL Mandelmus und 2 Macadamianüssen für die Assimilation der fettlöslichen Vitamine A,D,E, und K. Ist die Banane braunfleckig und die Melone sehr süß, dann kommt Zitrone dazu. Alles kommt in den Mixer und wird gründlich gemixt. Die Konsistenz regele ich mit Saftorangen und Volvic-Wasser so, dass eine trinkbare, grüne, homogene, faserlose Flüssigkeit von 1,5 bis 1,8 Litern entsteht. Davon trinke ich gut die Hälfte und den Rest meine Frau. Ausschlaggebend und unentbehrlich ist das Pflanzengrün bzw. das Chlorophyll. Den Zutaten sind keine Grenzen gesetzt, sie haben für uns nur den Zweck, das Grün genießbar zu machen und uns zu sättigen. Der Smoothie wird nicht geschlungen, sondern vor dem Schlucken richtig einspeichelt. Im Winter, wenn ich in der Natur keine grünen Pflanzen finde, verwende ich Möhrengrün, Romana-Salat, Wirsingkohl, Grünkohl, Petersilie, Radieschen, Kohlrabi- und Rettichblätter. Für den Sommer habe ich eine Liste von über 50 Grün- und Wildpflanzen, die ich hier im Harz, alle vor meiner Tür finde. Die grünen Smoothies enthalten hochwertige Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Antioxidantien. Eine leichte Oxydation beim Mixen ist leider unvermeidbar.

Ist der Wille schwach, wird der Körper stark

Am eigenen Leibe habe ich erfahren, warum Herr Wandmaker sagte: "Wer auch nur eine Kochkostmahlzeit verträgt, ist kein veritabler Rohköstler." Wenn ich unter bestimmten Umständen (Besuch, Kreuzfahrt, Tagung usw.) mal sündige, beispielsweise gedünstetes Gemüse, Pellkartoffeln oder Tofu esse, reagiert mein Körper sofort, das heißt ich bekomme Durchfall, werde danach müde, matt und schlapp, der Kopf brummt...

Fazit: Ich lasse es, so einfach ist das. Dass der krankheitsbedingte Leidensdruck mich zur Rohkost gezwungen hat, und mein Körper mich nun zwingt, kompromisslos dabei zu bleiben, ist ja nicht gerade ein Zeichen meiner Willens- bzw. Charakterstärke, aber der Zweck heiligt die Mittel, sagt man. Ich habe den Zweck erreicht, und die Welt ist mir wieder rund genug.

(Name und Adresse sind der Redaktion bekannt)

Quellen:

1) Aus " BILD" vom 12. 03. 2010 Seite 4
2) Aus "Welt am Sonntag" Nr.9 vom 28. 02. 2010