Meine Heilung von Polyarthritis

06.04.2017

Aus WA-Aktuell, Ausgabe 68, März 2011

Mein Name ist Oliver, ich bin 1964 geboren und lebe in Berlin. Mit Anfang 20 bekam ich mehr oder weniger "über Nacht" akute Gelenkbeschwerden in den Sprunggelenken. Da ich mich zu dieser Zeit im Wintersport befand, ging ich dort zum Arzt. Dieser diagnostizierte nach Auswertung der Röntgenaufnahmen (und weil es im Wintersport beim Skifahren eben dazugehört), dass mein rechter Fuß angebrochen und der linke verstaucht sei. Erst als zwei Wochen später auch die Knie- und Zehengelenke anschwollen, wurde ich auf Rheuma untersucht. Als sich der Rheumaverdacht bestätigte, kam ich für vier Wochen ins Krankenhaus. Ich konnte zu dieser Zeit kaum mehr laufen. Dort wurde ich mit Prednisolon und Rheumamedikamenten behandelt, so dass die akuten Entzündungen nach und nach zurückgingen. In den folgenden Monaten ließen die Schmerzen immer weiter nach und ich konnte nach einem Jahr sogar auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, leider nur für ein paar Monate, da dann ein erneuter Rheumaschub kam. Die Ärzte hatten ursprünglich gehofft, dass es sich, da ich doch noch zu jung für Rheuma sei, um eine akute Erkrankung handelte, mussten im Verlauf der Krankheit jedoch erkennen, dass diese Krankheit vom akuten ins chronische Stadium übergegangen war. Es wurde also ein paar Jahre später abschließend eine rheumatoide chronische Polyarthritis diagnostiziert.

Die Abstände, in denen ich überhaupt keine oder weniger Medikamente einnahm, wurden immer kürzer. In den letzten Jahren gab es nur noch kurze Zeiten, in denen ich weniger Medikamente einnehmen musste. Ohne Medikamente ging es überhaupt nicht mehr. Als ich 1997 über zunehmende Rückenbeschwerden klagte, wurde bei mir zudem noch Morbus Bechterew festgestellt.

Von den 15 Jahren, in denen ich Rheuma hatte, habe ich etwa zehn Jahre Medikamente eingenommen, Rheumaschübe wurden dabei immer mit Kortison behandelt. Die Nebenwirkungen der Medikamente machten sich in den letzten drei bis vier Jahren in zunehmendem Maße bemerkbar. Meine gesamte körperliche Verfassung ließ in den letzten Jahren stark nach. Es gab keine Grippe- oder Erkältungswelle, die ich ausließ und dies, wo ich Erkrankungen dieser Art früher überhaupt nicht kannte. Da der Verlauf dieser Erkältungen bei mir meistens sehr schwer war und dementsprechend lange dauerte, wurde auch nicht lange damit gezögert, Antibiotika zu verschreiben. Und ich nahm sie.

Ich hatte in diesen Jahren immer wieder mal nachgefragt, ob ich denn nicht durch eine Änderung meiner Ernährung irgendetwas erreichen könne. Es wurde mir in der Regel geantwortet, dass man bei Rheuma empfiehlt, weniger tierische Eiweiße zu sich zu nehmen. Leider kam diese Antwort immer "so überzeugend", dass man gut hinein interpretieren konnte, dass ich diese Einschränkung aber auch getrost sein lassen könne, da es sowieso nichts nütze. Meine Rheumaerkrankung sei nämlich nicht nur eine Stoffwechselerkrankung, wie zum Beispiel die Gicht, sondern außerdem noch eine Autoimmunerkrankung, bei der eine Ernährungsumstellung ohnehin nichts helfe. Diese sei nämlich erblich und man könne solche Erkrankungen durch Medikamente nur aufhalten aber nicht heilen.

Im Oktober 2000 wurde ich durch einen Freund auf die Rohkosternährung und die Möglichkeiten der damit verbundenen Heilung aufmerksam. Die extreme Ernährungsumstellung auf reine Rohkost erschien mir zumindest wesentlich ehrlicher, als hin und wieder mal ein Stück Fleisch wegzulassen. Da ich von Natur aus jedoch ein eher kritischer Mensch bin, besorgte ich mir die einschlägige Literatur, darunter auch das Buch von Helmut Wandmaker "Willst Du gesund sein? - vergiss den Kochtopf!" und setzte mich mit Menschen in Verbindung, die schon Erfahrungen mit dieser Art der Ernährung gemacht hatten. Bei meinen Recherchen überraschten mich am allermeisten die übereinstimmend positiven Berichte von Leuten, die schon seit mehreren Jahren 80 bis 100 Prozent Rohkost aßen. Fast alle hatten die Ernährungsumstellung aus einem Leidensdruck heraus begonnen (verursacht durch Krankheiten). Und alle sind ihre Leiden entweder vollständig losgeworden oder hatten diese in starkem Maße lindern können. Ich beschloss also diesen Weg zumindest einmal zu versuchen. Noch zum Ende des Jahres 2000 begann ich damit, meine Ernährung umzustellen. Im Mai 2001 war ich bei 100 Prozent Rohkost angelangt, einen Monat später sogar bei 100 Prozent Obst, wegen der schnelleren Entgiftung. Mein medizinisches Umfeld an Freunden und Bekannten riet mir von dieser Art der Ernährung ab, da sie sicherlich zu Mangelerscheinungen führen werde. Im selben Monat wurden die Rheumaschmerzen wieder stärker. Meine Rheumaärztin wollte mir wieder eine Kortisonkur verschreiben, außerdem riet sie mir dringend, ich solle wieder eine normale Kost zu mir nehmen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt von ursprünglich 60 kg bei einer Größe von 1,70 m schon etwa sechs bis sieben Kilo abgenommen. Man konnte mir also ansehen, dass mir die Ernährungsumstellung "nicht bekam". Ich lehnte die neuerliche Kortisonkur ab, da ich mich bereits dazu entschlossen hatte, überhaupt keine Medikamente mehr einzunehmen und auch bei der Rohkosternährung zu bleiben. Ich befand mich ja im Experiment und konnte dies nicht mittendrin abbrechen. Die Medikamente, die ich noch einnahm, reduzierte ich innerhalb von drei Wochen auf "null".

Anfang Juli sah das Ergebnis meines Experimentes nicht sehr gut aus. Ich hatte Entzündungen an den Sprung- und Zehengelenken, wie auch in den Schultern. Meinen Kopf konnte ich kaum noch zur Seite oder nach oben bewegen. Es gab kaum noch Gelenke, die nicht schmerzten. Nachts im Bett drehen war immer mit wachwerden und aufgrund der Schmerzen mit unangenehmen Stöhnen verbunden. Morgens brauchte ich eine halbe Stunde, um mich zu überwinden und überhaupt aufzustehen. Allerdings glaube ich, dass nicht alles Rheumaschmerzen waren, sondern teilweise, speziell in den Kniegelenken, die Schmerzen auf die Entgiftung zurückzuführen waren. Ich aß nun immerhin schon circa zweieinhalb Monate lang nur Obst.

Aus Erfahrung wusste ich, dass mir bei entzündeten Gelenken nicht allzu viel Zeit blieb, da diese in den entzündlichen Phasen schnell zerstört werden. In den vergangenen Jahren hatte ich während eines solchen entzündlichen Prozesses einmal zu lange gezögert, die Tablettendosis zu erhöhen bzw. andere Medikamente einzunehmen, mit der Folge, dass der Knochen im Schultergelenk auf einer Röntgenaufnahme bereits ein Loch aufwies.

Ich versuchte alle Register meines mir angelesenen Wissens zu ziehen. Ich ging zur Colon-Hydro-Therapie - drei Mal - das reicht aus, sagte man mir dort. Ich konsultierte verschiedene Heilpraktiker, die mir allerdings in diesem akuten Stadium nicht wesentlich weiterhelfen konnten. Ich besprach mit ihnen die Möglichkeit des Fastens. Dies wurde zwar generell als sinnvoll angesehen, speziell in meinem Fall wurde mir davon jedoch dringend abgeraten. Ich wog nur noch rund 47 Kilo. Ich habe trotzdem mit dem Fasten begonnen, habe dies allerdings nur vier Tage durchgehalten. Dann überzeugten auch mich ein Blick in den Spiegel und die Abnahme von zwei weiteren Kilogramm, dass dies offensichtlich nicht der richtige Weg sein könne. Ich gab mir selbst noch eine Woche Zeit, um eine Lösung für mein offensichtliches Problem zu finden oder schweren Herzens den Weg zurück zur Schulmedizin zu gehen. Die andauernden Schmerzen machten mir nun doch ganz schön zu schaffen, schlimmer aber noch war für mich die Vision, irreparable zerstörte Gelenke zu haben.

In dieser einen Woche habe ich glücklicherweise von der Adresse des Wellness-Energie-Zentrums in Ottobeuren (Anm. d. Red.: dieses Zentrum wurde geschlossen) unter der Leitung von Professor Dr. Karl Probst erfahren. Die dort zugrunde gelegte Therapie, Rohkosternährung und Colon-Hydro-Therapie, entsprach vollkommen meinem gewählten Weg und so entschloss ich mich, dorthin zu fahren. Ein Anruf und drei Tage später war ich für dreieinhalb Wochen dort. Um es vorwegzunehmen, ich kam dort langsam gehend und humpelnd, mühsam eine Treppe hoch oder runter laufend an, dreieinhalb Wochen später konnte ich noch nicht rennen, aber schnell laufen ohne zu humpeln, Treppen waren überhaupt kein Problem mehr und die Entzündungen waren weitest gehend abgeklungen, und das alles ohne Chemie.

Als ich in Ottobeuren ankam, war man nicht der Meinung, dass mein Gewicht ein Hinderungsgrund für eine Saftfastenkur sein sollte. Es wurde mir sofort, für wenigstens die erste Woche Saftfasten verordnet und eine tägliche Colon-Hydro-Therapie. Sauna, Massage, Dauerbrause, Magnetfeldresonanz- und Sauerstofftherapie steigerten das Wohlbefinden, waren aber sicherlich nicht ausschlaggebend für die schnelle Verbesserung meines Zustandes. Nach einer Woche wachte ich nachts auf, nicht mehr vor Schmerzen, sondern vor Euphorie - ich hatte beim Drehen im Bett keine Schmerzen mehr. Die schnelle Besserung hatte sicherlich auch die von Professor Probst durchgeführte Akupunktur bewirkt. Diese wurde jedoch nur zwei- oder dreimal durchgeführt, auf weitere konnte dann verzichtet werden. Die tägliche Anwendung der Colon-Hydro-Therapie und das Saftfasten zeigten offensichtlich ihre Wirkung. Ich fastete etwa zwei Wochen, dann konnte ich nicht nur die sehr wohlschmeckenden Säfte, sondern auch die unbehandelten, ganzen Früchte genießen. Dies war sicherlich die hochwertigste Nahrung, die ich in meinem ganzen Leben zu mir genommen habe. Es wurden ausschließlich sonnengereifte, meistens tropische Früchte aus ökologischem Anbau angeboten. Neben dem Fasten und der Colon-Hydro-Therapie gehörte sicherlich auch diese hochwertige Ernährung zu den Hauptfaktoren für die schnelle Verbesserung meines Zustandes. Mein Gewicht ging in dieser Zeit weiter runter bis auf 41 Kilo - und ich fühlte mich gut, wenn auch ein wenig schwach. Insgesamt wurden bei mir 19 Colon-Hydro Therapien durchgeführt und es ist erstaunlich, welch ein Dreck selbst noch nach dem 19-ten Mal aus dem Darm gespült wurde. Kleinere Parasiten und selbst ein Bandwurm wurden aus dem Darm hinausbefördert. Mitte August kehrte ich aus Ottobeuren zurück. Seitdem konnte ich eine stete Verbesserung meines Zustandes erleben. Die noch verbliebenen Schmerzen schwanden in den kommenden Wochen bis wenigen Monaten vollkommen. Meine Rheumaerkrankung ist jetzt im Blut nicht mehr nachweisbar. Ich habe seitdem bei 100 Prozent Rohkost wieder 10 Kilo zugenommen. Und auch meine Kräfte kommen langsam wieder zurück. Noch im Oktober 2001 hatte ich das Gefühl, das ich nach 30 Metern Rennen zusammenbreche, da ich kaum noch Beinmuskeln hatte. Seit Juni 2002 renne ich problemlos 10 Kilometer in einer zudem noch recht akzeptablen Zeit von 45 Minuten, und dies nicht einmal bei besonders regelmäßigem Training. Die hochwertige Ernährung, die ich in Ottobeuren kennengelernt habe, genießen wir jetzt in unserer Familie - ich habe eine Frau und zwei Kinder. Das heißt, wir essen zu Hause beinahe ausschließlich Rohkost aus sonnengereiften und ökologisch angebauten Früchten.

Dass sich insbesondere nach einer solchen Erfahrung die Sichtweise auf die Schulmedizin ändert und eine wesentlich kritischere Denkweise gegenüber der Pharmaindustrie und auch der Lebensmittelindustrie einsetzt, ist sicherlich vorstellbar. Leider wird mit den Krankheiten heutzutage viel zu viel Geld verdient, als dass die entsprechenden Kreise tatsächlich an gesunden Menschen interessiert sein könnten. Eine dringend erforderliche Aufklärung über eine gesunde Lebensweise zur Vermeidung von Krankheiten wird daher vollkommen vernachlässigt. Die hin und wieder in den Medien veröffentlichten Artikel über gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise haben lediglich Alibi-Charakter und sind nicht wirklich dazu angetan, eine breite Aufklärung zu bewirken.

Ich hoffe, dass sich der eine oder andere von diesem Erfahrungsbericht ermutigt fühlt und selbst versucht, seine Leiden durch den in diesem Bericht beschriebenen Weg zu heilen. Ferner würde ich mich freuen, wenn dieser Bericht dazu beitragen könnte, nicht nur Kranke sondern auch Gesunde zum Nachdenken über die richtige Ernährungsweise anzuregen. Die Rohkosternährung ist keine Diät oder ausschließliche Ernährungsform für Kranke, sondern sicherlich auch die richtige Ernährungsform für Gesunde, um Krankheiten vorzubeugen. Für Interessierte gibt es zum Teil sehr gute und fundierte Literatur zu diesem Thema.

März 2004: unverändert positiv bei weiterhin Rohkosternährung

Januar 2011: unverändert positiv bei weiterhin Rohkosternährung

Sommer 2017: unverändert positiv bei weiterhin Rohkosternährung

(Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt)