Multiple Sklerose (MS) durch Borrelien?

27.03.2017

Durch Darmsanierung und Umstellung der Ernährung auf Rohkost, konnte ein Patient innerhalb weniger Monate völlig wieder hergestellt werden. Wie war das möglich, nachdem MS in der klassischen Schulmedizin doch als unheilbare Erkrankung gilt?

Aus WA-Aktuell Ausgabe 101, September 2016 (#32568128 © Kaesler Media, fotolia.de)

Vor fast 30 Jahren kam ein junger Mann mit einem Rollator in meine Praxis, der seinen Beruf als Elektriker aufgeben musste, weil er Multiple Sklerose entwickelt hatte. Mit den in meinen Büchern "Warum nur die Natur uns heilen kann" und "Der natürliche Weg zu Heilung und Gesundheit" dargestellten Prinzipien, die alle auf eine Verbesserung des Immunsystems abzielen, speziell durch Darmsanierung und Umstellung der Ernährung auf Rohkost, konnte dieser Patient innerhalb weniger Monate völlig wiederhergestellt werden. Wie war das möglich, nachdem MS in der klassischen Schulmedizin doch als unheilbare Erkrankung gilt? Vermutlich würden einige Kollegen einfach nur auf Spontanheilung tippen. Diese Erklärung, oder besser gesagt Vermutung, ist aber dann unbefriedigend, wenn es - wie immer wieder geschehen - auf die gleiche Weise auch in anderen Fällen zur Ausheilung von MS kam. Schließlich sollte in der Medizin nach therapeutischen Wegen gesucht werden, die im Krankheitsfall nicht nur ausnahmsweise zur Heilung führen. Am hilfreichsten scheint es daher, wenn man zunächst nach der Ursache der Erkrankung forscht.

Wissenschaftliche Forschungen

Bei MS entstehen in der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark verstreut vielfache entzündliche Entmarkungsherde, wobei man in der Schulmedizin offiziell vermutet, dass diese durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze verursacht werden. Wer jedoch einmal intensiver weiterforscht, der stellt fest, dass es entgegen dieser verbreiteten Lehrmeinung bereits seit Jahren wissenschaftliche Forschungen und Studien gibt, in denen der Nachweis geführt wurde, dass es sich bei der Multiplen Sklerose um eine Erkrankung mit Borrelien handeln und dementsprechend das Immunsystem des Patienten gestärkt werden muss. Borrelien sind korkenzieherförmige Bakterien, die sich aufgrund ihrer spiraligen Struktur aktiv bewegen können. Sie gehören zur Gruppe der sogenannten Spirochäten, zu denen neben den Borrelien als Erregern der Borreliose auch die Erreger der Syphilis und einiger anderer in unseren Breitengraden weniger bekannten und weniger bedeutsamen Erkrankungen, zählen. Bereits seit 1911 gab es von zahlreichen Ärzten aus verschiedenen Ländern wissenschaftliche Berichte, dass im Gehirn von MS-Patienten lebende Spirochäten nachgewiesen werden konnten, mit anderen Worten, dass die MS eine bakteriell ausgelöste Krankheit sei. In all den Jahren gab es immer wieder auch Berichte von Wissenschaftlern, die nicht nur bei MS-Patienten, sondern auch im Gehirn von Patienten mit Alzheimer, Parkinson, ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und Epilepsie Borrelien nachweisen konnten. Diese erscheinen dabei im Mikroskop zusammengerollt in einer Zyste, das heißt in einem kleinen Bläschen (griechisch: kýstis = die Blase). Erst bei genauerem Hinsehen kann man entdecken, dass es sich bei diesen in der Zyste eingeschlossenen Erregern um Borrelien handelt. Der amerikanische Chefpathologe am St. Catherine of Siena Medical Center, Department of Pathology, 50 Rte 25 A, Smithtown, NY 11787, USA, MacDonald, schreibt zu dieser bis heute von der Schulmedizin geleugneten Tatsache in einer Veröffentlichung aus dem Jahre 2006 (1): 

"Die normale Auffassung betreffend der Existenz von Spirochäten als Zysten geht davon aus, dass es solche zystischen Formen gar nicht geben kann.

Dann gibt es noch eine zweite Gruppe an Wissenschaftlern, die von der akademischen Schulwissenschaft verfolgt werden, weil sie an die Zystenformen glauben: Wissenschaftler wie Schaudinn, Hoffman, Dutton, Levaditi, Bal four, Fantham, Noguchi, McDonough, Hindle, Steiner, Ingraham, Coutts, Hampp, Warthin, Ovcinnikov und Delamater. 

Die mikroskopischen Bilder von Spirochäten, die sich in einer Zyste zusammengerollt haben, sind schwer weg zu diskutieren, aber wie es sich zeigt, haben akademische "Notwendigkeiten" dazu geführt, dass fast alle mikroskopischen Bilder von zystischen Spirochäten aus den medizinischen Lehrbüchern verschwunden sind, welche die Wahrheit über die Spirochäten verbreiteten. Wenn erst die Bilddatenbanken des vergangenen Jahrhunderts vernichtet sind, dann werden viele Gelegenheiten zur korrekten Diagnose verloren sein. 

Die in erkrankten Nervenzellen nachweisbaren zystenförmigen Ansammlungen von Spirochäten erklären folgende anatomische Strukturen: Die Lewy-Körperchen bei der Parkinsonerkrankung, die Pick-Körperchen (eine im frühen Alter auftretende Demenzerkrankung), die ALS-spezifischen sphärischen Körperchen, die Alzheimerschen Plaques. Die Borrelieninfektion ist daher das einheitliche Konzept, um verschiedene neurologische Erkrankungen zu erklären, und zwar indem man nicht nur auf die korkenzieherförmigen Bilder im erkrankten Gewebe achtet, sondern auf die kleinen, mittelgroßen und großen Zysten mit Spirochäten, welche ganz offen zutage treten und gar nicht übersehen werden können". 

Wie gesagt, wurden immer wieder Studien mit solchen eindeutigen mikroskopischen Bildern der Borrelien veröffentlicht, an denen man einfach nicht vorbei kommt. Am deutlichsten wird dies in einer Reihe von Einzelfallbeobachtungen an der Universitätsklinik Cluj-Napoka (Klausenburg in Rumänien) dargestellt. In dieser Studie wurden alle im Zeitraum von 2006 bis 2008 an Borrelien verstorbenen Patienten auf Borrelien untersucht. Von den 36 Fällen an Neuroborreliose hatten zehn Patienten auch MS. Das Alter umfasste 19 bis 43 Jahre, 70 Prozent waren weiblich. 

Um MS auszuheilen, müssen demnach die Borrelien als Erreger im Gehirn vernichtet werden. Dies geschieht am zuverlässigsten durch eine radikale Umstellung der Ernährung, verbunden mit einer konsequenten Darmsanierung, weshalb ich auch zu diesem Vorgehen rate, denn hierdurch überwindet der Körper die Krankheitserreger aus eigener Kraft durch Stärkung des Immunsystems. 

Für alle jedoch, die nicht gewillt sind, ihre Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen, sind die nachfolgen den Zeilen verfasst, in denen auch antibiotische Wege der MS-Therapie aufgezeigt werden, die jedoch mit den entsprechenden nachteiligen Nebenwirkungen auf das Mikrobiom des Darmes verbunden sind. So stellte sich heraus, dass MS-Patienten, die über sechs Wochen mit Ceftriaxon und Doxycyclin, also mit Antibiotika behandelt worden waren, eine Besserung beziehungsweise Ausheilung ihrer Symptome zeigten. 

Auch stellten die Autoren der Studie (2) fest, dass es kaum möglich ist, labordiagnostisch zwischen MS und Borreliose zu unterscheiden, weshalb die Autoren zu der Schlussfolgerung kommen, dass es sich bei beiden Erkrankungen und damit auch bei der MS um ein infektiöses Geschehen handeln muss.

Ein weiterer interessanter Hinweis, dass es sich bei MS um eine Form der Borreliose handeln muss, zeigen die beiden Bilder (Anm. d. Red. alle Abbildungen in WA 101) mit der geographischen Verteilung der Todesfälle an MS in den Vereinigten Staaten und die Verteilung der Todesfälle an Borreliose im gleichen Zeitraum. 

Es zeigt sich eine auffällige Übereinstimmung in der geographischen Häufung der Todesfälle an MS- und an Borrelieninfektionen. Diese starke Korrelation zwischen beiden Erkrankungen gilt selbst in Gegenden mit geringer Bevölkerungsdichte, was nahezu als beweisend angesehen werden kann (3).

Neben der geographischen Übereinstimmung zwischen Borrelieninfektionen und MS kann außerdem noch die zeitliche Übereinstimmung des Auftretens von MS und Borrelien als Hinweis auf eine durch Zecken übertragene, das heißt infektiöse Ursache, gewertet werden.

Abbildung 3 zeigt das Auftreten an  MS-Neuerkrankungen in Kanada im jahreszeitlichen Verlauf (3): Im Mai reifen die besonders infektiösen Nymphen, also jungen Zecken (wissenschaftlicher Name Ixodes) heran, und ebenso kommt es im Mai zur höchsten Zahl an Neuerkrankungen an MS.

Im Vergleich dazu zeigt Abbildung 4 für die Häufigkeit der Neuerkrankungen an MS in Dänemark einen Gipfel im April (3), gleichlaufend mit der höchsten Zahl an erwachsenen Jungzecken ebenfalls im April. Es gibt immer wieder auch Studien, die belegen, dass Antibiotika die MS zur Ausheilung bringen, entgegen der nach wie vor von der Neurologie vertretenen Auffassung, dass neurologische Erkrankungen nichts mit Infektionen zu tun haben könnten (4). Das nicht patentierbare Doxycyclin könnte als Antibiotikum versuchsweise in ansteigender Dosierung eingenommen werden, um eine zu starke Herxheimer-Reaktion zu vermeiden. Unter der Herxheimer-Reaktion wird eine starke toxische Belastung verstanden, die durch den therapiebedingten Zerfall von Krankheitserregern ausgelöst wird. Diese Reaktion, meistens mit Fieber und Verschlimmerung aller Krankheitssymptome einhergehend, kann bei allen Arten von bakteriellen Infekten auftreten und ist besonders bei der Behandlung der Borreliose gefürchtet.

Fazit:

Obwohl die ersten Beobachtungen, dass MS eine Infektionskrankheit ist, bereits aus dem Jahre 1911 datieren (5) und seitdem über die Jahre hinweg immer wieder regelmäßig durch wissenschaftliche Studien substantiiert wurden (6 - 15), behauptet die Schulmedizin noch heute, über 100 Jahre später, dass die Ursache der Multiplen Sklerose unbekannt und insbesondere nicht infektiöser Natur sei. Es lohnt, allein die Titel und die Zusammenfassungen dieser Literaturhinweise (6-15) genau zu studieren.

Vita:

Dr. med. habil. Dr. Karl Probst, 1948 in Wildenschwert in der heutigen Tschechoslowakei geboren, kann auf eine lange ärztliche Erfahrung zurückgreifen, er ist habilitierter Mediziner und promovierter Physiker, internationaler Referent, Gesundheitscoach, Buchautor und Medizinjournalist auf dem Gebiet der Ganzheitsmedizin und natürlichen Gesundheitslehre.

www.dr-probst.com

Quellen:

  1. MacDonald AB: Spirochetal cyst forms in neurodegenerative disorders,...hiding in plain sight. Med Hypotheses. 2006;67(4):819-32. Epub 2006 Jul 7.

  2. Amanda Rădulescu et al.: Controversies in late neuroborreliosis and multiple sclerosis - case series. Therapeutics, Pharmacology and Clinical Toxicology, 2009;13(1):57-62

  3. http://owndoc.com/lyme/multiple-sclerosis-islyme-disease-anatomy-of-a-cover-up/

  4. Luanne M. et al: Minocycline Reduces Gadolinium-Enhancing Magnetic Resonance Imaging Lesions in Multiple Sclerosis. Metz LM et al.: Ann Neurol. 2004 May;55(5):756.

  5. Buzzard EF: Spirochetes in M.S. Lancet 1911;11:98

  6. Rogers HJ.: Short Notes and Clinical Cases: The question of silver cells as proof of the spirochaetal theory of disseminated sclerosis. J Neurol Psychopathol. 1932 Jul;13(49):50-1.

  7. Steiner G.: Acute plaques in multiple sclerosis, their pathogenetic signifcance and the role of spirochetes as etiological factor. J Neuropathol Exp Neurol. 1952 Oct;11(4):343-72.

  8. Ichelson R. Cultivation of Spirochetes from Spinal Fluids of multiple sclerosis cases and Negative Controls. Proc. Soc. Exp. Biol Med 1957;70:411

  9. Gay D., Dick G.: Is multiple sclerosis caused by an oral spirochaetae? Lancet (1986 Jul 12) 2(8498):75-7

  10. Marshall V.: Multiple sclerosis is a chronic central nervous system infection by a spirochetal agent. Med Hypotheses 1988;25(2):89-92 

  11. Kurtz SK.: Relapsing fever/Lyme disease - Multiple sclerosis. Medical Hypotheses, 1986;21(3):335-343

  12. Chmielewska-Badora J, Cisak E, Dutkiewicz J.: Lyme borreliosis and Multiple sclerosis: Any Connection? A Seroepidemic study. Ann Agric Environ Med. 2000;7(2): 141-143

  13. Brorson O, Brorson SH, Henriksen TH, Skogen PR, Schøyen R.: Association between multiple sclerosis and cystic structures in cerebrospinal fluid. Infection. 2001 Dec;29(6):315-9.

  14. Schmutzhard E.: Multiple sclerosis and Lyme borreliosis. Wien Klin Wochenschr. 2002 Jul 31;114(13-14):539-43. Review.

  15. Fritzsche M.: Chronic Lyme borreliosis at the root of multiple sclerosis--is a cure with antibiotics attainable? Med Hypotheses. 2005;64(3):438-48.