So leben wir

06.03.2017

In meinem letzten Buch "Rohkost statt Feuerkost" habe ich auf Seite 40 einen Tag aus unserem Leben geschildert. Dennoch kommen immer wieder Anfragen, die unsere persönliche Ernährung noch genauer geschildert haben möchten. Du musst zuerst wissen, um zu wollen (Professor Ude). Wenn aber das Tun nicht folgt, ist alles Wissen gar nichts!

Wir ernähren uns das ganze Jahr, gleichgültig, ob es Sommer- oder Winterzeit ist, vorwiegend von der besten Nahrung dieser Erde, auf der die Menschheit aufgebaut ist, von Früchten. Dabei verzichten wir weitgehend auf teure Tropennahrung, die wir natürlich genießen, wenn wir in diesen Gebieten weilen, wie jetzt gerade einige Wochen in Florida. Mit Ausnahme von Bananen und Zitrusfrüchten sollten wir uns von der Nahrung ernähren können, die um uns herum wächst.

Die modernen Lagerhallen in den (Elbe-) Obstanbaugebieten oder im Bodenseeraum gestatten eine ganzjährige Versorgung mit wundervollen Äpfeln. Diesen Hallen wird Sauerstoff entzogen und Stickstoff zugeführt, also eine biologisch richtige Lagerungsmethode.

Ferner versorgen wir uns weitgehend aus normalen Supermärkten, also aus kommerziellem Anbau. Es wäre wunderbar, könnten wir uns mit Produkten aus kontrolliertem Bioanbau eindecken. Wir gehen aber bewusst den Weg, den auch die Masse gehen muss. Ross Horne, den ich häufig in meinen Büchern erwähne, der frühere Kapitän und Ausbilder der australischen staatlichen Quantas-Airline, hat mich darin bestärkt. Denn er erklärt in seinem letzten Buch "cancer proof your body" (Mache Deinen Körper krebsfest), dass er seit 19 Jahren ausschließlich Früchte isst und sich diese aus den Supermärkten besorgt. Ross war wie ich, ein früherer Brot- und Getreidemann. Aber es führte ihn weg von der krankmachenden Kleisterkost mit gefährlichen Spätschäden zu Früchten, der idealen Kost. Um Pestizide zu beseitigen, sollte man Obst immer gut mit heißem Wasser abspülen.

Morgens und abends essen wir Früchte. In der Saisonzeit werden natürlich Saisonfrüchte bevorzugt. Jeder nimmt sich das, was er gerade mag. Wir haben auf unserem rund 4.000 Quadratmeter großen Grundstück verschiedene Obstbäume angebaut und jetzt im Herbst noch zwei weitere Walnussbäume gepflanzt. So ist die Versorgung einfach und wunderbar in der Handhabung.

Aufgrund ihres Reichtums an Vitaminen und Mineralstoffen und des hohen, leichtverdaulichen Fruchtzuckeranteils versorgen Früchte deine 75 Milliarden Zellen sofort mit vitaler Kraft. Als Energiestoff brauchen wir in erster Linie 90 Prozent Glukose/Fruktose. Die liefert dir das Obst am schnellsten und leichtesten. Ganz gleich, was du isst, für den Körper ist es nicht verwendbar, bevor es nicht zu Glukose verarbeitet wurde. Fruktose aus Früchten wird zügig und leicht in Glukose umgewandelt. Neuere Forschungen belegen, dass der Mensch Fruktose direkt aus Früchten verwerten kann. Wenn du Fertigeiweiß, also Fleisch, Fisch oder Milchprodukte isst, verlierst du 70 Prozent Energie durch die mühselige Verdauungsarbeit, nur 30 Prozent verbleiben als Kraft. Tiereiweiß mit dem großen Fettanteil darin beschert dir also in Wirklichkeit eine negative Energiebilanz und hübsche, zähe, gelbe, kautschukartige Ablagerungen in deinen Herzkranzgefäßen (Infarkt) und deinem Gehirn (Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson). Der hinterlassene Eiweißmüll ist Krebsmüll. Was du als scheinbare Kraft spürst, ist nichts weiter als falscher Antrieb (Stimulans) durch Leichengifte auf Kosten deiner Gesundheit.

In welchen Mengen wird gegessen?

Als Mahlzeit genügen je zwei Äpfel, Apfelsinen oder Bananen. Oder eine Apfelsine, ein Apfel und eine Scheibe Ananas. Diese Menge ist für uns leicht ausreichend. An kalten Tagen solltest du mehr Bananen, Trockenfrüchte, Datteln und Feigen essen. Gewöhne dich bitte daran, fünf Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, damit alle Reste in deinem Verdauungssystem vollständig verdaut werden können. Das einsetzende Gefühl der Leere gibt dir wunderbaren Schwung. Die meisten Mägen und Bauchspeicheldrüsen sind durch Überessen stark vergrößert. Führe diese in die ursprüngliche schlanke Form zurück. Dann verspürst du weder Hunger noch Appetit. Im Übergang kannst du natürlich eine Banane oder einige Nüsse zwischendurch zu dir nehmen. Denke daran, das Überessen das größte Übel aller Ernährungsformen ist.

Mixgetränk

Anlässlich einer Zahnsanierung (Implantate) konnte ich einige Wochen nicht gut kauen. Da habe ich mir folgendes Rezept ausgedacht: Fülle einen starken Mixer mit dem gereinigten Obst und zerkleinere dieses intensiv. Diese homogene Masse schmeckt so wunderbar, dass wir das Obstmixgetränk oft an Stelle des ganzen Obstes löffeln. Zuerst stark wasserhaltiges Obst wie Weintrauben in den Behälter füllen, damit die Masse sich verquirlen lässt. Durch das Pürieren bekommen unsere Verdauungsenzyme eine größere Angriffsfläche, so dass diese herrlich schmeckende Masse ganz leicht verdaut wird und viel mehr Nährstoffe daraus gewonnen werden. So benötigst du weniger Nahrung und spürst kein Verdauungsorgan mehr. Soll die Masse fester sein, kannst du einige Bananen mit untermischen. Weitere Vorteile: Das Obst wird ein wenig warm, dies ist in der Winterzeit oder im Übergang zur Rohkost optimal. Beachte aber, dass Wärme grundsätzlich in einem sauberen Körper aus elektrischer Energie gebildet wird und nicht aus zugeführten Nährstoffen. Jemand der fastet friert nur in den ersten Tagen. Wie häufig friert ein Säufer trotz Zufuhr großen Alkoholkalorien sich zu Tode. Damit Oxydation vermieden wird, solltest du diese "Obstsuppe" sofort genießen. (Anm. der Redaktion: Dieses Mixgetränk nennt heute jeder Smoothie)

Obsttorte

Aus dieser Masse kannst du auch eine herrliche Obstrohtorte herstellen, sie muss lediglich mit Agar-Agar gefestigt werden. Zur Dekoration kannst du einige ganze Fruchtstücke einmischen oder die Torte damit belegen. Von dieser supergesunden Leckerei sind auch unsere Gäste immer begeistert. Wer sonst gutbürgerlich lebt, kann mit Sahne dekorieren.

In meinem Buch "Willst Du gesund sein..." berichtete ich über Dr. med. Alexander Rosendorff, der als Hauptursache der meisten Erkrankungen die starke Magenerweiterung, Ptose (oft bis zur Blase hinunter), verantwortlich macht. In dieser Grube reizt und gärt es unaufhörlich, besonders bei Ständigessern, die ihr Verdauungssystem nie zur Ruhe kommen lassen. Gärende Massen erzeugen schädlichen Fuselalkohol, der besonders dem Herzen stark zusetzt (Roemheld-Syndrom). So entsteht außerdem ein Appetitreiz, der fälschlicherweise für Hunger gehalten wird.

Überwinde diesen Reizhunger durch einige Tage fasten -
dann geht der Magen in die natürliche, schlanke Form zurück

Weiter berichtete ich über den US-Arzt Dr. Edward Howell, der bei vielen Erkrankten eine Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse um das Zweieinhalbfache feststellte. Die vielen für Vögel (Kropf) vorgesehenen Körnerprodukte sind die Hauptursache. Körner und Samen aller Art haben von der Natur aus ein Antienzym erhalten, das die Verdauung erschweren soll, denn es entsteht ja eine neue Pflanze. Aufgrund seiner praktischen Erfahrungen wurde Dr. Howell ein Früchteesser. Er lebte zuletzt mit 90 Jahren in Ft. Meyers/Florida.

Mittagessen

Unsere Nahrung ist nie einseitig und unsere Rohkostteller sehen immer schön bunt aus. Wir bringen grünes, rotes, weißes, orangefarbenes Gemüse usw. einzeln oder gerieben auf den Teller. Je eine halbe Avocado pro Person wird zumeist mit Tomaten, Zucchini oder Kohl (etwas Zitronensaft als Gewürz) vermischt. Liegen Papaya in der Küche, so kommen auch hiervon einige Scheiben auf den Teller. Es klingt alles ganz simpel und einfach, und das ist es auch.

Pellkartoffeln: Der kleine Kompromiss an den Kochtopf

Noch besser sind Backkartoffeln. Eine große rohe Kartoffel halbieren, mit etwas Öl bestreichen und auf einem Backblech kurz backen. So geht nach Arnold Ehret die schädliche, kleisternde Stärke verloren. Mische nicht zu viele Gemüse durcheinander. Es gilt wie beim Obst: So einfach wie möglich. Denke immer an mein Zitat: "Variation (Abwechslung) führt zur Gefräßigkeit!"

Unser Tomatenhaus

Nach dem Prinzip von Heinz Ervens größerer Tomatenanlage habe ich eine kleinere erstellen lassen. Eine viereckige Holzkonstruktion wird an drei Seiten, sowie im oberen Bereich mit durchsichtigem Polyester abgedichtet. Die Front zum Süden bleibt offen. Einige Nirosta-Ketten werden vom unteren Balken an die Deckenbalken gespannt, an denen nun die Tomatenstauden hochranken können. Die Humuserde wird automatisch bewässert. Eine tägliche, überreichliche Tomatenernte bis in den späten Herbst hinein ist der Lohn. Tomaten mögen keinen starken Regen und keinen Wind, aber viel Sonne und Feuchtigkeit. Am Boden gedeihen in unserem Klima bestens Zucchini und Gurken. Tomaten sind herrliche Gemüsefrüchte.

Rezepte

Wer die Rohkostlebensweise für sich entdeckt hat, sollte keine Rezepte benötigen. Mein Vorbild Arnold Ehret hat auch auf wiederholtes Nachfragen keine Rezepte veröffentlicht. Auf Seite 148 seines Hauptbuches "Die schleimfreie Heilkost" schreibt er: "In der Natur, wie sie im Tierreich besteht, gibt es überhaupt kein Vermischen. Die ideale und natürlichste Art des Essens ist die Mono-Ernährung. Eine Sorte frisches Obst, das gerade Saison hat, sollte eine Mahlzeit bilden und Sie werden sich besser genährt fühlen. Dieser Zustand kann sich natürlich nicht einstellen, bevor Sie ihren Körper gründlich von Giften, Schleim oder nennen Sie es fremde Bestandteile, gereinigt haben".

Die Rezepte in seinem Antischleimbuch haben also seine Nachfolger und Verleger ohne sein Wissen schamhaft unter "heutige Ehret-Methode" hinzugefügt. Ehret blieb sich immer treu. Mehr als das, was in seinem 1911 herausgegebenen Buch "Kranke Menschen" steht, braucht man über eine natürliche Lebens- und Ernährungsweise nicht zu wissen.

Für jedes Abweichen von der Idealnahrung (Früchte) muss der Preis entrichtet werden