Was sollen wir trinken?

06.03.2017

Ohne Wasser kein Leben. Schon immer war Wasser ein entscheidender Faktor für die Entwicklung des Menschen. Nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch für das Weiterkommen des Kollektivs. Ohne Wasser im Erdboden gibt es kein reichhaltiges Angebot an essbaren Früchten, keinen Wohlstand, keine technische Entwicklung. Trinkwasser kann aber auch zum Risikofaktor werden. Schau dir dazu das späte römische Weltreich an. Glauben wir den Überlieferungen, so haben sich die oberen Römerkasten durch die Einführung einer neuen, im Prinzip sinnvollen, aber noch nicht genügend auf Nebenwirkungen erforschten technischen Errungenschaft, den bleiernen Wasserleitungen, schleichend selbst vergiftet. Das muss man sich einmal vorstellen: Eine komplette Bevölkerungsschicht (die sogenannte Elite) verblödete durch den Konsum von leitungsbedingt bleihaltigem Wasser. Etwaige Ähnlichkeiten mit der Zeit, in der wir leben, sind nicht auszuschließen.

Viel Wasser zu trinken sei gesund, so die einhellige Meinung der Medien und der so genannten Experten auf diesem Gebiet. Mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit sollen demnach pro Tag getrunken werden. Das ist wieder einmal nicht mehr als eine pauschale Ernährungsempfehlung, die, wie du sehen wirst, nicht unbedingt zu besserer Gesundheit führen muss. Einen ganz anderen Effekt hatte diese Leitlinie aber allemal, nämlich einen regelrechten Boom beim gewerblichen Absatz von Getränken. In Deutschland werden immer mehr Wässer und Erfrischungsgetränke aus Mineralbrunnen getrunken. 1990 noch bei rund sieben Milliarden Litern, ist der Absatz heute (2006) mit 13 Milliarden fast doppelt so hoch. Laut des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen hat sich in den letzten 35 Jahren der Mineralwasserkonsum mit aktuell 132 Litern pro Kopf und Jahr mehr als verzehnfacht.

Natürlich ist Wasser für den Menschen die wichtigste Nahrungskomponente, ohne Wasser ist Leben nicht möglich. Wasser dient als Lösungs- und Transportmittel für die Nähr- und Abfallstoffe, ermöglicht alle notwendigen chemischen Reaktionen im Körper, einschließlich Entgiftung. Durch Abgabe von Flüssigkeit über die Haut, das Schwitzen, kühlst du im Bedarfsfall ab, so bewahrt sich der Körper selbst vor schädlicher Überhitzung. Täglich scheidest du als gesunder Mensch Wasser aus. Über Urin und Stuhlgang, durch Schwitzen, über die Atmung. Sorgst du nicht für einen Ersatz durch die Zufuhr von neuem Wasser, kannst du schnell in den Zustand der Wasserunterversorgung, der Dehydrierung, rutschen.

Zuwenig Wasser führt zu einer verminderten Produktion von Verdauungssäften und Urin, zu Leistungs- und Gesundheitseinbußen. Bei Wassermangel fließt dein Blut schlechter, dein Herz muss härter arbeiten, die Körpertemperatur kann ansteigen.

Gerade bei älteren Menschen ist die Flüssigkeitsversorgung oft schlecht. Nimmt bei ihnen doch zum einen oft das Durstgefühl, zum anderen die natürliche Fähigkeit der Körperzellen, Wasser zu speichern, ab. Viele von Ihnen leiden daher unter eingeschränkter Denkfähigkeit und Verwirrung, was eigentlich vermeidbar wäre: Aufgenommene Schadstoffe sammeln sich an. Auch Stoffwechselgifte, der Dreck, den die Lebensvorgänge im Menschen produzieren, können dann mangels Wasser nicht mehr über die Nieren aus dem Körper gespült werden. Frag mal einen Altenpfleger, eine Krankenschwester, was passiert, wenn man solche alten, ausgetrockneten Menschen mit neuem Wasser versorgt, sie wieder genug Urin produzieren können! Sie blühen förmlich wieder auf, die Haut wird elastischer, Falten werden weniger, meist werden sie auch wieder klarer im Kopf.

Altmeister Arnold Ehret hat gezeigt, dass der Mensch sogar noch länger als 40 Tage ohne Essen auskommen kann. Drei Tage, höchstens eine Woche ohne Wasser führen dagegen in den sicheren Tod. Am meisten neben der Luft, die wir einatmen, benötigen wir Flüssigkeit in Form von Wasser. Ideal wäre es, wenn die zugeführte Kost so viel Wasser enthielte, dass wir keines mehr zusätzlich bräuchten. Von Natur aus haben die Menschen keine besonderen Fähigkeiten, um als Wasser trinkende Lebewesen zu gelten, sodass sie sich an eine Nahrung halten sollten, die viel Wasser enthält.

Die meisten frischen, rohen, reifen Obst- und Gemüsesorten bestehen zu 80 bis 95 Prozent aus Wasser, sind die optimale Flüssigkeits- und Vitalstoffquelle. Erhitzt du sie zu stark, wird ihre Zellstruktur zerstört. Das im Rohzustand in den Zellen befindliche Wasser kann nicht mehr gehalten werden, der Wassergehalt nimmt deutlich ab. Auch viele wichtige Vitalstoffe gehen unter Hitzeeinwirkung kaputt. Du siehst also, dass es wirklich nur eine Hauptnahrungskategorie für uns Menschen gibt: Früchte. Fast alles, was wir von einer vollkommenen Nahrung erwarten, ist in Obst und Gemüse enthalten. Reifes Obst befindet sich, entsprechend gereinigt, in einem jederzeit genussfähigen Zustand. Ohne Hitzebehandlung. Ohne Küchenarbeit.

1,5 Liter empfohlen?

Weshalb aber solltest du vorsichtig sein mit pauschalen Trinkregeln, etwa anderthalb Litern Wasser pro Tag, wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen? Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Dr. Norman Walker brachte seine Ansichten zur Trinkfrage in seinem Buch "Wasser und Ihre Gesundheit" (Früher: "Wasser kann Ihre Gesundheit gefährden") etwa so auf den Punkt: Wasser ist nicht gleich Wasser! Es gibt grundlegende Unterschiede zwischen Wässern. Er vertrat die Ansicht, dass so genannte Trinkwässer auch schädigend wirken könnten, dass allein schon ein hoher Mineralstoffanteil eines Wassers, dauerhaft getrunken, das Risiko für Krampfadern und Arthritis bis hin zum Herzinfarkt erhöhen kann.

Oder, wie ich bereits in den 80ern in "Willst Du gesund sein? - Vergiss den Kochtopf!" schrieb: Schau dir einmal einen Teekessel von innen an. Du wirst darin den steinhart abgelagerten Kesselstein (z.B. Calciumcarbonat) finden. Ganz ähnlich kann unter Umständen auch der Mensch durch Trinken von üblichem Leitungs- oder Mineralwasser diese Kalkreste überall im Körper ablagern, weil er solche anorganischen, also nicht an gewachsenes Gewebe gebundenen Mineralstoffe, nicht optimal einbauen kann. Die dafür notwendigen Vitalstoffe enthält das Wasser aus der Leitung oder aus dem Getränkemarkt nämlich nicht.

Auch das Drama der mit Blei vergifteten Römer sollten wir im Hinterkopf tragen. Zum Beispiel, und da holt uns die Geschichte ein Stück weit wieder ein, im Umgang mit unserem öffentlichen Leitungssystem. Nicht selten enthält das hierüber transportierte "Trinkwasser" so genannte Wasserentkeimungsmittel. In der Regel in Form von Chlor (E925), Chlordioxid (E926) oder Ozon. Über die herkömmlichen Reinigungsschritte hinaus sind bei Keimbelastung auch diese Stoffe zur Reinigung des Trinkwassers in den großen Versorgungsanlagen zulässig. Hin und wieder sind diese Chemikalien in so hohen Dosen zugesetzt, dass du sie sogar riechen und schmecken kannst. Allgemein gelten sie als unbedenklich für die Gesundheit. An dieser Stelle aber mein Appell an den klaren Menschenverstand: Kann ein Mittel, das Lebewesen wie Bakterien, Viren, Parasiten und deren Eier chemisch abtötet, für den Menschen per se ungefährlich sein?

Sogar der "Industrieverband Agrar", ein Zusammenschluss von 51 Pestizidherstellern, meldet da Zweifel an. Bei der Desinfektion in Wasserwerken entstünden "in nicht unerheblichem Umfang Stoffe, die mit schon jahrzehntelang verbotenen Pflanzenschutzmitteln identisch" seien, heißt es in einer Stellungnahme zur "Schadstoffquelle Wasserwerk". Der Verband beruft sich dabei auf eine Studie der Stuttgarter Landesanstalt für Pflanzenschutz, die vor "massiven und sehr hohen Belastungen des Trinkwassers mit Krebs erzeugenden Organo-Schadstoffen" warnt. Die üblichen Entkeimungsmittel Chlorgas und Ozon reagieren nämlich mit der Huminsäure, die in diesem Wasser natürlicherweise vorkommt. Dabei fallen Chloroform, Bromoform, Bromdichlormethan und weitere Gifte an. Das Berliner Umweltbundesamt bestätigt das zwar, hat bislang aber keinen aussagekräftigen Kommentar zu den gesundheitlichen Konsequenzen abgegeben.

In den USA und der Schweiz wird zudem jegliches Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz mit Fluorid versetzt. Offiziell zur Förderung der Zahngesundheit und gegen Karies. So wurden in Übersee schon um 1950 riesige Absatzmärkte für den in der Metallindustrie anfallenden Chemiemüll Fluorid erschlossen. Auch hier wird in der Öffentlichkeit einzig von den angeblichen Vorteilen der Fluoride für die Festigung des Zahnschmelzes berichtet. Es sei eine Kariesprophylaxe trotz maßlosen Zuckerkonsums, so der (amerikanische) Traum. Die Gesundheitsrisiken, nämlich vielfältige Störungen des Zellstoffwechsels, die von dieser Zwangsmedikation ausgehen, werden weder in den entscheidenden Gremien, noch (erst recht nicht) in der Öffentlichkeit diskutiert.

Verschmutzung des Trinkwassers

Auch die Viehwirtschaft ist maßgeblich beteiligt an der Verschlechterung der Wasserqualität: Etliche tausend Tonnen Gülle bringen die deutschen Bauern jährlich auf den Feldern aus. Die Pflanzen können aber nur einen Teil der darin enthaltenen Düngerstoffe verwerten. Der Rest landet im dadurch stark mit Nitrat belasteten Grundwasser. Erhöhte Nitratmengen in der Nahrung werden als Faktoren für die Krebsentstehung diskutiert.

Dass die Verschmutzung des Trinkwassers aus den Netzen in Wirklichkeit noch unheimlichere Züge annehmen könnte, haben über Jahrzehnte hinweg kritische Geister, viele von ihnen aus der Alternativmedizin, immer wieder behauptet. Allerdings, ohne dass diese Vermutung jemals erhärtet werden konnte. Seit Mitte der 90er Jahre weiß man aufgrund genauerer Messverfahren aber auch hier mehr. Die kritischen, "über den Tellerrand hinaus Denkenden" wurden bestätigt. Denn, was geschieht eigentlich im Weiteren mit den vielen Medikamenten, die die Deutschen schlucken? Die Vorstellung, dass der Körper alle Arznei knackt und dabei nur ungefährliche Reste überbleiben, ist eine Idealvorstellung. Pharmastudien zeugen vom Gegenteil. Ein Großteil der geschluckten Wirkstoffe wird nur gering oder gar nicht verändert vom Körper wieder ausgeschieden. Über die Entgiftungsinstanzen Urin und Stuhl gelangen ihre Rückstände in die Toilette. Und von dort ins Abwasser.

Und was passiert mit den Pillen, die die Leute nach Abschluss der Behandlung noch nicht vollständig aufgebraucht haben? Jedes Jahr landen rund sechs bis acht Prozent aller verkauften Medikamente im Abfall, so schätzt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das Berliner Umweltbundesamt vermutet sogar, dass bis zu 30 Prozent aller Medikamente weggeworfen werden. Etliche tausend Tonnen Medikamente also, die über die Abfallentsorgung ins Oberflächen- und Grundwasser kommen. Völlig legal übrigens, weil laut Gesetz nur Krebsmittel, die so genannten Zytostatika, als Sondermüll behandelt werden müssen.

Analytiker des Wiesbadener Instituts für Wasserforschung und -technologie (ESWE) spürten bis heute im Grundwasser mehr als 40 verschiedene Pharmasubstanzen auf. Darunter Schmerz- und Röntgenkontrastmittel, Anti-Epileptika, Antibiotika, Cholesterinsenker, Herzmedikamente und Wirkstoffe der Antibabypille. Ihre tatsächliche Zahl schätzen die Forscher sogar auf mehr als 100 Substanzen. Annähernd die komplette Bandbreite der am häufigsten verordneten und geschluckten Arzneikategorien.

Über Ab-, Oberflächen- und Grundwasser nehmen die Pharmaka dann ihren Weg in die Wasserwerke. Deren Kläranlagen können an den hohen Arzneikonzentrationen im späteren Trinkwasser nichts Entscheidendes ändern. Soweit bislang untersucht, werden die Wirkstoffe dort nur geringfügig abgebaut. So wandert das Wasser ins Leitungsnetz und damit wieder zum in der Regel komplett ahnungs- und damit schutzlosen Verbraucher.

Untersuchungen aus Berlin haben 16 solcher Rückstandsverbindungen im Trinkwasser und mehr als 100 im Abwasser nachgewiesen. Zu den Hauptverursachern zählen aber nicht die Krankenhäuser, sondern zu rund 80 Prozent die privaten Haushalte. Laut Kompetenzzentrum Wasser in Berlin "ist es völlig ungeklärt, ob und in welchem Maße diese Stoffe ein Risiko für Mensch und Natur darstellen". Eine Studie der Bochumer Ruhr-Universität geht davon aus, dass die seit Jahren sinkende Spermienzahl und die steigende Rate der Hodenkrebserkrankungen sowie Genitalfehlbildungen bei Männern durch weibliche Geschlechtshormone im Trinkwasser und in der Nahrung mit verursacht werden.

Glaubst du jetzt immer noch an den Gesundheitswert des öffentlichen Trinkwassers, an das angeblich "am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland"?

Destillation

Bis Ende der 80er Jahre haben wir unser Trinkwasser noch durch Destillieren gereinigt. Das Verfahren dürfte vielen Lesern ein Begriff sein. Leitungswasser wird in einem Automaten zum Kochen gebracht, der entstehende Wasserdampf wird in eine Spirale geleitet, so abgekühlt und in ein sauberes Auffanggefäß geführt. Reines destilliertes Wasser, praktisch frei von Schmutzstoffen, Chemikalien und Mineralien kann so gewonnen werden. Die abgesonderten Schadstoffe bleiben im Kochbehälter zurück. Überraschend bis erschreckend, was da manchmal nach der Destillation von nur drei Litern Leitungswasser im Schmutzbehälter zurückbleibt. Fast immer Kesselstein, aber auch Chlor und Umweltgifte, Übelriechendes und Dreck, der sonst durch unser als so sauber und sicher gerühmtes Leitungswasser schwimmt, werden so, weil nach dem Dampfdestillationsvorgang isoliert und konzentriert vorliegend, endlich für das bloße Auge, beziehungsweise die Nase, erfassbar.

Nach dem Destillationsprinzip, nämlich durch Verdunstung und anschließendes Abregnen, kommt auch Regenwasser zustande. Letztlich ist es von der Natur dampfdestilliertes Wasser. Wegen eines katastrophalen Mangels an fundiertem Fachwissen wird dieses Wasser aber von vielen Apothekern, Ärzten und Ernährungsberatern als gesundheitsschädigend abgelehnt. Sie glauben, destilliertes Wasser würde die Magenschleimhaut zum Platzen bringen. In Wirklichkeit gilt das jedoch nur für tote Zellen im Reagenzglas, nicht aber für die Magenschleimhaut des lebenden Menschen. Andere behaupten, weil es frei von Mineralstoffen sei, würde es einer Mineralunterversorgung Vorschub leisten. Auch Unfug. Schließlich nehmen gerade Menschen mit hohem Frischkostanteil weit mehr Mineralien über ihr Essen zu sich, als dies über Mineralwasser, selbst in Übermengen, möglich wäre. Im Gegensatz zum Mineralwasser (anorganische Mineralstoffbindungen) handelt es sich bei der Rohkost um organisch gebundene und somit optimal für deinen Körper verwertbare Mineralien.

Nun hatte aber auch das Destillationsgerät zwei gravierende Nachteile. Erstens ist das zu reinigende Wasser nicht auf Anhieb verfügbar. Ein Destillationsvorgang für drei Liter Wasser dauert, je nach Gerätetyp schwankend, rund zwei Stunden. Zweitens sind die Stromkosten relativ hoch, weil das noch nicht gereinigte Wasser über die gesamte Dauer kochend gehalten werden muss, damit es vollständig destilliert werden kann.

Seit Erscheinen der meisten einschlägigen deutschen Literatur zum Thema Rohkost ist schon einige Zeit vergangen. Gerade zur Trinkwasserfrage gibt es aber mittlerweile neue Erkenntnisse, die das "alte Wissen" zwar bestätigen, durch die aber auch neue, zum Teil sehr vorteilhafte Verfahren entstanden sind, um die Qualität unseres Wassers weiter zu verbessern.

Umkehrosmose

Schon gegen Ende der 80er Jahre habe ich mich für eine andere Reinigungstechnik entschieden, das Verfahren der Umkehrosmose. Dazu wird eine Anlage mit ultrafeinem Filter zwischen Wasseranschluss und Wasserhahn, zum Beispiel in der Küche, gekoppelt. Das gezapfte Wasser wird so per Durchlauf automatisch und zeitlich kaum merkbar in einen Zustand überführt, der praktisch dem von dampfdestilliertem Wasser gleicht. Wartezeiten sowie Stromkosten für gereinigtes Wasser konnte ich seitdem deutlich reduzieren.

Entsprechende Geräte gibt es auch in tragbarer Ausführung. Preise und Ausstattungen variieren je nach Anbieter stark. Sowohl Fluorid- als auch Chlor- und Medikamentenverbindungen bekommst du mit beiden Prinzipien, mit der Destillation wie auch mit der Osmosereinigung aus dem Wasser heraus.

Allerdings hat auch die Umkehrosmose einen "Haken". Die auswechselbaren Filter sind recht kostspielig und beherbergen bei zu langer Gebrauchsdauer mitunter Keime in unnatürlich hoher Konzentration. Da wir damals ohnehin gerade unsere Küche umgebaut haben, ließen wir an der Spüle gleich zwei Wasseranschlüsse setzen. Einen Wasserhahn für Nutz- und Spülwasser, den anderen (mit Filter) nur für das Zapfen von Trinkwasser. Geringerer Durchlauf schont den Osmosefilter, erhält ihn so länger funktionsfähig.

Wasserbehältnisse

Bleibt noch die Frage, in welchen Behältnissen du dein Wasser lagerst (zu Hause und unterwegs). Du trinkst Wasser aus Wegwerf-Flaschen? Der Physikprofessor Ulrich Kurfürst rechnet dazu vor: Aus der Leitung kosten zwei Liter etwa einen Cent. In Flaschen kostet es durchschnittlich das Hundertfache (ein Euro für zwei Liter). Seiner Darstellung nach bezahlst du davon etwa zehn Cent allein für das Plastik (CO2- Verursacher!) und 20 für den Transport (CO2-Verursacher!). Weitere 15 Cent sieht er als Beitrag zum "shareholder value" (Aktionärswert) der Getränkemultis.

Bei Plastikbehältern kannst du zudem nicht ausschließen, dass sich Spuren des Kunststoffs im möglicherweise zuvor gerade noch gereinigten Wasser niederschlagen. In Deutschland werden deshalb kaum noch Kunststoffbehälter aus hochgiftigen PVC oder mit Phtalaten, den krebserregenden Plastikweichmachern, verwendet. Aber wie ist es mit den anderen, zum Teil neuartigen Kunststoffen? Wie viele ihrer gesundheitlichen Nebenwirkungen sind bislang noch nicht entdeckt worden? PVC und Phtalate galten ebenfalls über geraume Zeit als unbedenklich. Heute werden sie als schwere Gifte eingestuft. Die aktuell vielfach verwendeten PET-Flaschen geben Acetaldehyd an das Wasser ab. Das riecht leicht weinartig und verändert den Geschmack. Die Stiftung Warentest stellte bei einem Produktvergleich fest, die Hälfte der verkosteten Wässer schmecke nach "Acetaldehyd, Kunststoff, Karton oder anderen Fremdstoffen". Gesundheitsrisiko? (Noch) unbekannt.

Vorsicht deshalb insbesondere bei destilliertem oder per Umkehrosmose gereinigtem Wasser! Aufgrund seiner besonderen osmotischen Eigenschaften kann gerade reinstes, teilchenfreies Wasser besonders viele Giftstoffe binden. Ein Vorteil für dich, weil so Giftstoffe besser aus dem Körper ausgeleitet werden können. Ein tragischer Nachteil allerdings, wenn das Wasser schon während seiner Lagerung, also vor dem Trinken, vermehrt Giftstoffe aufnimmt und in den Körper hineinschleust.

Es bleibt also dabei: Die besten Eigenschaften zur Aufbewahrung von Wasser bieten nach wie vor Glasgefäße.

Beschaffenheit des Wassers

Schwingt bei den sogenannten Heilquellen neben dem Placebo-Effekt, der besagt, dass schon der reine Glaube an eine Sache Berge versetzen kann, möglicherweise tatsächlich die Heilkraft der Wassermoleküle mit? Zumindest existieren Anhaltspunkte für diese Annahme. Inspiriert von den Ergebnissen des US- Wasserforschers Dr. Lee H. Lorenzen, suchte der japanische Alternativmediziner Dr. Masaru Emoto nach einem Weg, unterschiedliche Beschaffenheiten von Wasser nachzuweisen. Beim Fotografieren speziell präparierter, gefrorener Wasserkristalle mit bis zu 500-facher mikroskopischer Vergrößerung machte er die Beobachtung, dass nicht jedes Wasser zur Bildung der gleichen Kristallstrukturen neigt. Je nach Art des jeweils vorliegenden Wassers unterschieden sich offenbar auch die Wasserkristalle zum Teil deutlich voneinander. Wasser aus verhältnismäßig unberührten Bächen und Bergseen weist dabei harmonischere, stärker symmetrische Kristallformen auf, als Wasser aus den Leitungsnetzen von Millionenmetropolen. Offenbar, so Emotos Schlussfolgerung, nimmt Wasser Informationen aus seiner Umgebung auf, gibt diese womöglich sogar an unseren Organismus weiter. Wenn dem so wäre, wäre das sicher eine phänomenale Erkenntnis. Emoto testete weiter und fand heraus, dass Wasser auch auf Klänge ganz ähnlich reagiert. Auf harmonische klassische Musik etwa mit ausgewogenen Kristallformen, auf Heavy Metal-Songs mit eher unruhig anmutenden Strukturen. "Alles Unsinn!" konterten darauf eine Reihe von Forschern weltweit. Häufigster Kritikpunkt: Die Versuchsergebnisse seien nicht reproduzierbar, würden immer wieder anders ausfallen. Hierzu meldete sich Bernd Kröplin, Professor für Luft und Raumfahrt an der Universität Stuttgart, zu Wort. Seine Aussagen stützen eher den Standpunkt Emotos: "Wasser besitzt die Fähigkeit, mit anderen Flüssigkeiten zu kommunizieren und auf menschliche Gefühle zu reagieren." Dass Wasser je nach experimentierendem Forscher andere Strukturen annimmt, begründet Kröplin damit, dass jeder Mensch ja zum Großteil aus Wasser bestehe. Korrespondiert nun das Körperwasser des Forschers mit dem gerade untersuchten Wasser, wird das Bild unter dem Mikroskop auch vom Körperwasser seines Betrachters mit beeinflusst. Führte also ein anderer dieselbe Untersuchung durch, würde dessen Körperwasser, weil mit einer anderen Ordnungsstruktur versehen, mit dem Wasser auch anders kommunizieren. Emotos Erkenntnis gilt also als nicht entkräftet.

Der Frage, ob die Qualität von Trinkwasser durch sogenannte Energetisierungsverfahren gesteigert werden kann, geht der Überlinger Wasseranalytiker Andreas Schulz in seinem Buch "Geräte zur Wasserbelebung" nach. Neben herkömmlichen Verfahren nutzt Schulz ähnliche bildgebende Verfahren wie Emoto. Über verschiedene Verfahren der Aufbereitung, so seine Erkenntnis, lasse sich die Struktur von Wasser harmonisieren, indem es ohne äußere Berührung energetisiert werden könne. Das Wasser teile die so zustande gekommene vitalisierende Wirkung wiederum auch dem Trinkenden mit. Neben diversen Geräten, die etwa durch Verwirbelung das Wasser aufwerten sollen, stellt Schulz ein besonders einfaches Verfahren vor, das bereits in der ägyptischen Hochkultur zum Einsatz gekommen ist: Die Sonnenbestrahlung des Wassers. Schulz zufolge war es im alten Ägypten üblich, Wasser zu trinken, das für eine gewisse Zeit im Sonnenlicht geflossen oder gestanden hatte. Dauert aber die Bestrahlung zu lange, stellt sich Algenwachstum ein. Die Wasserqualität, so Schulz weiter, könne darunter leiden.

Was können wir aber nun konkret beachten, um eine möglichst günstige Versorgung mit Wasser zu erreichen? Prinzipiell ist gegen eine Flüssigkeitszufuhr von gut zwei Litern pro Tag nichts einzuwenden. Wenn keine Herzschwäche, keine krankhaften Wassereinlagerungen und keine Nierenprobleme vorliegen, spricht auch nichts gegen größere Mengen.

Obst und Gemüse

Je höher der Anteil von stark wasserhaltigem rohem Obst und Gemüse in deiner täglichen Kost, desto weniger brauchst du zusätzlich zu trinken. Du bekommst mit diesen Pflanzen das beste Getränk der Erde. Wer am Tag zwei Kilo rohes Obst und Gemüse isst, nimmt allein dadurch mehr als anderthalb Liter Wasser mit günstigster Vitalstofflösung auf. Beobachte einmal, wie stark in aller Regel bei Durstgefühl dein Verlangen nach frischem, reifem Obst zunimmt. Trinke entsprechend den Empfehlungen der NH am besten zwischen, nicht aber während oder direkt nach den Mahlzeiten (genau nachzulesen in "Willst Du gesund sein? Vergiss den Kochtopf!"). Gerade wenn du eiweißreich, zum Beispiel Nüsse oder Samen, gegessen hast, und dazu oder direkt danach trinkst, kann die Eiweißverdauung und -Aufnahme gestört werden, was sich nachteilig auf dein Wohlbefinden auswirken kann.

Je mehr gegarte, in ihrem Wasseranteil reduzierte Kost ein Mensch zu sich nimmt, umso deutlicher steigt sein zusätzlicher Trinkbedarf an. Wer also gutbürgerlich isst, kommt um das zusätzliche Trinken nicht herum, weil die zugeführten Stoffe zu ihrem Einbau beziehungsweise bis zur Ausscheidung in Lösung gehalten werden müssen. Sonst würde der Körper Gefahr laufen, sich selbst zu vergiften.

Dr. Faridun Batmanghelidj, Autor des Buches "Wasser, die gesunde Lösung", der als Arzt über viele Jahre die Heilkraft von Wasser untersucht hat, empfiehlt außerdem gleich nach dem Aufstehen ein bis zwei Gläser Wasser zum Tagesauftakt zu trinken. Der besseren Entgiftung wegen. Eine halbe Stunde vor und zweieinhalb Stunden nach jeder weiteren Mahlzeit dann jeweils einen viertel Liter Wasser. Auch vor dem Schlafengehen solle man noch ein Glas Wasser trinken. So könne der Schlaf tiefer werden.

Schwitzt du viel, etwa beim Sport, ist ein Flüssigkeitsersatz, spätestens im Anschluss an das Training wichtig. Beachte auch hier: Das Trinken sollte vor, nicht während der Aufnahme fester Nahrung erfolgen. Das erleichtert nicht nur die Verdauung des Essens, sondern hilft auch dem Körper dabei, sich möglichst schnell von der Trainingsbelastung zu erholen. Frischgepresste Obst- und Gemüsesäfte sind wertvolle Lebensmittel, jeder Schluck sollte aber zuvor gut eingespeichelt werden.

Vorsicht bei Getränken, die Kohlensäure enthalten. Schüttelst du eine Flasche Sprudel und öffnest Sie gleich danach, bekommst du den Druck, der dabei entstanden ist, deutlich zu spüren. Ganz ähnlich können sich durch Getränke mit Kohlensäure auch die Druckverhältnisse im Verdauungstrakt stark verändern. Manchen Menschen macht das nichts aus, sie geben an, davon nichts zu spüren. Bestehen jedoch Herz oder Lungenprobleme, dann sollte alles vermieden werden, was den Herz- und Lungenraum durch übermäßigen Druck von unten (aus der Bauchhöhle) einengen könnte.

Beziehst du Flaschenware aus dem Handel, dann solltest du ein Wasser mit niedrigem Mineralgehalt wählen. Der Verdauungstrakt nimmt es nicht nur leichter auf, als stark mineralhaltiges Wasser, auch sein Entgiftungspotential ist höher. Allerdings stammt gerade diese Ware meist aus dem Ausland. Die langen Transportwege spiegeln sich im Preis wider, belasten aber auch unsere Umwelt unnötig. Ökologisch sinnvoller ist auf jeden Fall das Wasser aus deinem heimischen Wasserhahn. Erkundige dich bei deinem örtlichen Gesundheitsamt, ob es gechlort wird, wie hoch die weitere Schadstoffbelastung ist. Gegebenenfalls kannst du dich ja für ein Reinigungssystem entscheiden. So bist du auf der sicheren Seite.

Dein Wasser in einer Glaskaraffe dem Sonnenlicht auszusetzen, mit angenehmen Klängen oder mit Heilsteinen zusätzlich zu behandeln, scheint sich nach dem heutigen Wissensstand günstig auf die Wasserqualität auszuwirken. Wenn es dir ein gutes Gefühl gibt, dann tu es.

Geh nicht mit der Masse, sie läuft nur stur in der Herde. In erster Linie bist du für dich verantwortlich. Benutze deinen gesunden Menschenverstand, gehe deinen eigenen Weg und blicke über den Tellerrand, der dir täglich und meist in Werbeabsicht vorgesetzt wird, hinaus. Finde für dich selbst heraus: Wasser ist nicht gleich Wasser. Und Trinken ist nicht gleich Trinken.