Mit der Rohkost per Zufall konfrontiert

09.11.2014


Christian Neuberger schreibt in WA Aktuell: Vor 5 Jahren kam ich eher zufällig zum Naturkundeforum, dort wurde ich zum ersten Mal mit Rohkost konfrontiert. Zu dieser Zeit war ich Müslispezialist und mahlte mir meinen Hafer für das Müsli nach dem "Schnitzer"- System. Frisch mit Äpfeln, gemahlenem Hafer, Haselnüssen und Wasser.

Mit einigen Besuchern vom Naturkundeforum saß ich mittags am Tisch. Der eine hatte einen großen Krautkopf, der andere eine Salatgurke, was sie ohne irgendetwas genüsslich verspeisten. Als ich sie fragte, was das bedeuten solle, erzählten sie mir, dass sie Rohköstler seien. Und bei diesem Treff stand die Rohkost im Mittelpunkt. Unter den Anwesenden war der "grüne Arzt Brasiliens" anwesend, Dr. med. Alberto P. Gonzales, ein Arzt, der in Deutschland studiert hatte und jetzt in Brasilien lebt. Außerdem der Wildkräuterexperte Prof. Dr. Bernd Gerken, sowie der Naturlehrer undWildkräuterexperte Jürgen Recktenwald. Am zweiten Tag unternahmen wir mitBernd eine Vogelexkursion. Er erklärte uns genau, was welcher Vogel wie sagt. Da standen wir schon um fünf Uhr ohne Frühstück auf. Anschließend ging Jürgen mit uns auf Kräuterwanderung und erklärte uns die Kräuter, die wir vor Ort probierten. Er sprach darüber, wie nährstoffreich, vitaminreich und wunderbar die Kräuter sind. Es gab einen wilden Kirschbaum. Wir bereiteten unter Jürgen's Anleitung Sandwiches: dazu nahm er eine Kirsche, die er in verschiedene Kräuter einwickelte. Alle probierten diese Leckerei. Gegen Mittag wurde die Wanderung mit einem Salat beendet.

Ich hatte mein Mountainbike dabei. Um 15 Uhr fuhr ich auf die 950 m hohe "Wasserkuppe", den höchsten Berg in der Röhn. Mit dem Mountainbike waren es auf- und abwärts 1.060 Höhenmeter und 15 km. Oben aß ich ein paar Mandeln, Datteln und Feigen und fuhr wieder hinunter ins Tal. Gegen 19.30 Uhr war ich beim Auto und fuhr zurück nach Hause nach München. Als ich dort ankam, war ich noch sehr energiegeladen. Ich wunderte mich, dass es mir noch so gut ging, dass ich noch meine gesamte Post durchschauen konnte. Nach dieser Erfahrung wusste ich, dass an der Rohkosternährung wirklich etwas Wahres dran ist. Es gab mir eine unwahrscheinliche Energie - und alles, was auf dem Naturkundeforum gesagt worden war, stimmte. Das war der Auslöser dafür, dass ich zur Rohkost kam.

Der Umstellungsprozess

Der gesamte Umstellungsprozess dauerte bei mir relativ lange. Es fing damit an, dass ich bei einer Größe von 176 cm 87 kg wog und einen sehr hohen Blutdruck hatte. Der Arzt erklärte mir, dass ich nun in jedem Fall ein Leben lang Blutdrucktabletten nehmen müsse, um keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, es gäbe keine Alternativen. Die Einnahme der Medikamente wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Ich sagte mir: "ich bin ein freier Mann, ich will mich nicht von Tabletten abhängig machen!" So ging ich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten und stieß dabei auf den "Schnitzer" mit seiner Müsli- und Getreidekost. Schnitzer behauptete, dass der Blutdruck sich senkt, wenn man die Ernährung umstellt. In seinem Gesundheitskonzept war in einem bescheidenen Umfang auch Rohkost enthalten. Ich hielt mich an diesen Plan, der Blutdruck ging zurück und es ging mir damit sehr gut. Eine Zeit später kam mein Sohn zu mir und sagte: "Papa, überlege doch mal, ob das mit dem Essen von Tieren alles so richtig ist!" Und ich entgegnete ihm: "Wir essen schon seit Jahrtausenden Fleisch, das ist Tradition! Und der menschliche Körper braucht es auch, um zu leben!" Mein Sohn versicherte mir, dass er Tiere nicht zum Leben benötige. Er schickte mir zu diesem Thema ein paar Links aus dem Internet, die ich mir anschaute. So kam ich zu dem Schluss, dass seine Ansicht richtig war, dass wir eigentlich kein Recht haben, die Tiere umzubringen, zu schlachten und zu essen, und dass wir ihr Fleisch nachweislich nicht zum Leben brauchen. Nach der Erkenntnis der Zusammenhänge fiel es mir, bis auf den Verzicht meiner guten Salami, relativ leicht, die Tiere von meiner Speisekarte wegzulassen. Ich sah z.B. Filmszenen, wie Kühe und Rinder bei lebendigem Leib geschächtet (ausgeblutet) werden, damit ihr Fleisch koscher ist, oder einen Bericht einer Arzt-Studentin, die ihr Praktikum im Schlachthof machen musste. Sie erzählte, wie es dort zugeht, wie brutal mit den Tieren umgegangen wird und wie sie fühlen. Das öffnete mir die Augen dafür, dass sie Lebewesen sind, die das alles ganz bewusst mitbekommen. 

Vor der Umstellung war ich McDonalds Fan

Ich war absoluter McDonalds Fan und ging dort Jahre lang regelmäßig essen. Ich hatte Probleme in den Beinen und der Bluthochdruck, wie eingangs erzählt. Wenn ich z.B. beim Skifahren irgendwo einen Hang hinunter fuhr, brannten meine Beine sehr. Das waren die ersten Anzeichen der Schaufenster- Krankheit (sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)). Zu dieser Zeit war ich gerade 54 Jahre alt. Ich kam nicht zur Rohkost, weil ich krank war. Die Krankheitsphase hatte ich vorher. Ich bekam den hohen Blutdruck durch die - wirklich sehr schlechte - Ernährung. Damals hatte vor dem Betriebsgebäude ein McDonalds eröffnet, ich aß dieses Zeug in Massen. Davon habe ich mich drei oder vier Jahre jeden Tag ernährt und praktisch - vergiftet. Die Hamburger (pures Weißbrot und so weiter), das war das Schlechteste, was ich mir überhaupt antun konnte. Bevor ich zum Naturkundeforum kam, wurde mir schon bewusst, dass ich etwas verändern muss. Dort, beim Seminar 2009 merkte ich, dass es mir gut tat. Mein Gewicht reduzierte sich von 87 kg auf 75 kg, mein Traumgewicht. Mit 60 Jahren hatte ich das Biken angefangen. Dies begann, als ich den Skitourengeher und Mountainbiker Hans kennenlernte, der mich zu einer MTB-Tour einlud. Ein Bergfahrrad hatte ich bereits, und so willigte ich ein. Hans rauchte damals noch. Ich war 60 Jahre alt, und nach 700 Höhenmetern absolut platt. Er stand oben mit einer Zigarette im Mund und wartete auf mich. Beim Alpenverein war ich bereits Mitglied. Um mehr Kondition zu bekommen, schloss ich mich zusätzlich in München der Mountainbike-Gruppe M97 an, die sich jede Woche mittwochs um 19.30 Uhr trifft. Dort lernte ich das Mountainbiken erst richtig und baute meine Kondition auf. Vier Jahre später - nach dem oben erwähnten Erlebnis mit der Wasserkuppe und der unglaublichen Vitalität an diesem Wochenende durch die Rohkost und die Kräuter vom Naturkundeforum, traf ich eine Entscheidung. So will ich weiter machen, das ist bestimmt eine gute Sache! 

Kurse und Seminare bringen mich weiter

Ich besuchte eine Reihe von Kursen: zwei Seminare bei dem Ernährungswissenschaftler und Sterne-Gourmet- Rohkost-Koch Urs Hochstrasser, eines bei der Rohkost-Chefköchin Gabriele Weiss, einen Wildkräuter-Gourmet- Rohkost - Workshop bei Bruno Weihsbrodt und Regina Rau. Ich stellte meine Ernährung immer mehr auf Rohkost um. Ich ließ Fisch weg, danach Käse und Brot, was etwas schwieriger war. Beim Brot hatte ich die größten Schwierigkeiten. Die Abhängigkeit vom Gluten aufzugeben schaffte ich nur durch eiserne Disziplin. Ich hatte noch zu wenig Erfahrung, um andere Möglichkeiten zu finden, das Brot z.B. durch Rohkostcracker oder Sprossen zu ersetzen. Die Gourmet-Rohkost kam für mich nicht in Frage. Ich glaube, dass sie mit den vielen süßen Sachen, den vielen Fetten und dem vielen Durcheinandermischen nicht unbedingt gesund ist. Ich bevorzuge die natürliche Roh kost, bei der mit ein bisschen Salzsole und Öl abgeschmeckt wird. Für mich gilt: weniger ist oft mehr! Auch für die Gesundheit.

Die Rohkost hat mein Weltbild und meinen gesamten Lebensstil komplett verändert

Ich war früher sehr Ich-bezogen. Die Umwelt hat mich wenig interessiert. Ich habe mir keine großen Gedanken über die Dinge gemacht, war ein guter Geschäfts- und Kaufmann. Das Teilen einer "Win-Win Situation" - in der ich profitiert hatte, und der Andere auch etwas davon hatte - war schon das Höchste der Gefühle. Durch die Umstellung auf Rohkost wurde mein Gedankengut ganz anders. Plötzlich interessierten mich Dinge, die ich früher gar nicht beachtet hätte. Die Umwelt trat viel mehr in den Vordergrund. Die Mitmenschen und die Tiere bekamen eine ganz andere Bedeutung. Manchmal schämte ich mich für die inzwischen gut 62 Jahre, in welchen ich Tiere gegessen hatte. Vor allem früher (vor der Umstellung) hatte ich regelrechte Fressanfälle auf diese tierische Kost bei McDonalds gehabt. Meine Mahlzeiten waren fast täglich über Jahre: 1 Hamburger, 1 Cheeseburger, 1 große Portion Pommes, Chicken McNuggets bis zum Abwinken und Shrimps bis zum Umfallen... Und damit noch nicht genug. Wenn ich abends um 19.30 Uhr nach Hause kam, hatte meine Frau in der Regel gekocht und es gab noch 2 Stücke Fleisch. Danach ließ ich mich zu den 20.00 Uhr Nachrichten vor den Fernseher nieder. TV gibt es inzwischen für mich überhaupt nicht mehr. Das sind Dinge, die früher nicht denkbar gewesen wären. Ich glaube, dass die Rohkost entscheidend für mein jetziges Weltbild und meine Lebensform beigetragen hat und dass sie die Menschen grundlegend, und zwar absolut zum Positiven hin, verändert. So war es früher kein Problem für mich, z. B. eine Spinne totzutreten oder eine Fliege totzuschlagen. Wenn ich jetzt eine Spinne sehe, nehme ich sie ganz vorsichtig mit einem Küchenpapier, gehe an die Türe und lasse die Spinne frei. Oder wenn im Sommer eine Biene an der Scheibe ist und nicht hinaus kann, lasse ich alle Rollos herunter und eine Türe offen stehen, damit sie wieder hinaus fliegen kann. Das hätte ich früher nicht gemacht. 

Langsames einschleichen der Rohkost

Das Thema Entgiftung war bei mir nicht so tragisch, weil ich die Rohkost eingeschlichen habe. Ich entschied mich dafür, einfach nur mehr Rohkost zu essen. Ich aß damals Gekochtes - Kartoffeln, Gemüse und Brot. Dann las ich über das Kleber-Eiweiß Gluten im Brot und dass es die Arterien verstopft. Damals wusste ich noch nicht, wie schlecht der Weizen allgemein ist und was er alles an Negativem in unserem Organismus bewirkt. Nachdem ich das gelesen hatte, entschied ich mich, es einfach wegzulassen. Es gehörte eiserne Disziplin dazu. Wenn ich vom Yoga an der Hofpfisterei vorbei ging, aus der es so verführerisch duftete, war es schon sehr schwer - daran vorbeizugehen. In einem Zeitraum von zwei Jahren kam ich etwa auf einen 80%igen Rohkostanteil. 

Verschiebung der Prioritäten im Leben

Im Laufe der Zeit verschoben sich Prioritäten von Dingen. Heute gibt es andere Dinge die mich interessieren, wie z. B. Spiritualität und Wiedergeburt. Das waren alles Dinge, mit denen ich früher nichts anfangen konnte. Meine Bereitschaft wuchs, über Dinge nachzudenken, die verstandesmäßig nicht zu erklären sind, sie gegebenenfalls anzunehmen und anzuerkennen, dass sie funktionieren. Ich absolvierte einen Heilkurs bei Rüdiger Dahlke, in dem sich die Teilnehmer "weiße Energie" aus dem Universum holen und sich gegenseitig darin einhüllen, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Eines Abends, bei einem Basenbad das bis halb zwei Uhr nachts gehen sollte, war ich so müde geworden, dass ich befürchtete, in der Wanne einzuschlafen. Da kam mir die Idee, es auszuprobieren. Ich öffnete meine Hände und hatte zwei weiße Strahlen von den Handinnenflächen ausgehend. Darin badete ich und war nur eine halbe Minute später putzmunter. Dieses Licht ersetzte mir sozusagen den Schlaf. Vor diesem sagenhaften Erlebnis im Basenbad, hatte ich eine Leber-Gallen- Reinigung und war eine Woche lang mit dem Mountainbike auf dem Thüringer Höhenweg (Rennsteig) unterwegs. Ich denke, diese Übungen und Vorbereitungen hatten einen großen Anteil daran, dass ich innerlich frei war, mir diese Energie wirklich zu holen. Ich halte die Erfahrung für entscheidend und wichtig, dass sich durch die Rohkost mein Denken zum Positiven geändert hat. Alles bekam eine andere Wertigkeit. Ich hinterfragte plötzlich die Dinge mehr, nahm mehr Rücksicht auf die Umwelt. 

Jungbrunnen Basen Bad

Von Basenbädern bin ich absolut überzeugt, habe sie früher eher kürzer, eine dreiviertel bis maximal eineinviertel Stunden gemacht. Durch die Leber-Gallen-Reinigung stieß ich in Thüringen auf die alte Tradition der Basenbäder, wie sie die Germanen damals praktizierten. Sie hatten kalte basische Quellen, in welchen sie stundenlang badeten. Über dieses Bad entsäuerten sie komplett ihren Körper. Dieser Bademethode wird sagenhafte Gesundheit und Kraft zugeschrieben. Es heißt, dass die Römer die Germanen nur besiegen konnten, indem sie ihre basischen Bäder zerstörten, die Quellen zuschütteten und indem sie ihnen den Wein brachten, der einen Teil ihrer Kraft nahm. Den vielen Sport mit dem Mountainbike, z.B. Trans-Alp Touren, - eine Woche lang auf dem Rad, bei der sehr viele Säuren im Körper frei werden, gleiche ich mit einem Basenbad anschließend wieder aus. Ich kaufte mir einen großen Holzbadebottich für zwei Personen, stellte ihn in den Garten und kann dort abends herrlich ein Basenbad herrichten. Mit einem schönen Rohkost- Essen sitze ich darin, schlemme und kann dabei komplett entschlacken. In eine Badewanne gehört ungefähr ein halbes Glas Basenpulver. Ich gebe auf die 400 Liter im Holzbottich entsprechend mehr. In der Apotheke gibt es ph-Streifen zum Messen des ph- Werts des Wassers zu kaufen. Altern ist eine kontinuierliche Verschlackung des Körpers. Die Schlacken, die noch im Bindegewebe sind, müssen aufgelöst werden. Peter Jentschura löst die Schlacken mit seinem 7x7 Basentee. Die Leute vom "Jungbrunnen" geben Edelsteine mit in das Basenpulver hinein, diese erzeugen Schwingungen. Die Schlacken werden zur Säure remineralisiert. Diese Säuren werden durch die Osmose über die Haut ausgeschieden und kommen so mit den Basen zusammen. Dadurch entstehen Salze an der Hautoberfläche, die vorsichtig mit der Hand, dem Waschlappen oder mit der Bürste heruntergerieben werden. Dann ist die Haut wieder sauber und die Osmose kann besser funktionieren. Über die Niere und den Urin werden Säuren ebenso ausgeleitet. Je länger man im Basenwasser bleibt, das nie über 37 Grad haben sollte, desto tiefer geht die Entsäuerung in den Körper. Mein längstes Basenbad war 12 Stunden. Die Haut ist dann wie ein "Kinderpopo", glatt und faltenfrei. Alternativen dazu sind Basensocken, Basenstrümpfe oder Basenhemden in allen möglichen Formen. Der Fuß ist eines der größten Ausscheidungsorgane, über die Säuren gut ausgeschieden werden. Ich mache mir selbst auch Basensocken. Dazu kommt in eine Schüssel mit kaltem Wasser Basenpulver, bis der ph-Wert ca. 8,5 ist. Die Socken werden eingetaucht, ausgewrungen und feucht angezogen. Ein Paar andere, trockene Socken kommen darüber. Tagsüber, zu Hause im Büro, habe ich diese Basensocken an. Nach zwei bis drei Stunden wasche ich die Socken kurz aus, drücke sie aus, tauche sie wieder ins Basenwasser ein und wiederhole alles. Beim ersten Versuch würde ich raten, die Socken immer wieder in der Basenbadschüssel auszuwaschen, um festzustellen, wie stark die Entgiftung insgesamt war. Nach dem ersten Mal auswaschen, wird das Wasser leicht braun. Nach dem dritten oder vierten Mal, ist das Wasser dunkelbraun bis schwarz. 

Basen Bad - Mondschein und Milchstraße

Nun, draußen im Garten im Bottich zu sitzen ist schon schön, aber es wäre ein Traum, wirklich in der freien Natur zu sitzen und zu erleben, wie die Sonne im Westen unter, und im Osten der Mond aufgeht. Ich möchte über den Bergen am Firmament die Milchstraße mit ihren hunderttausenden wunderbaren Sternen erleben. Ich hatte die Idee, auf meinen Auto-Anhänger, den mit 250 Liter Wasser gefüllten Bottich zu stellen. Dazu kommt ein Gasdurchlauferhitzer. Ich habe vor, mit diesem Anhänger in die Natur zu fahren und mir einen wunderbaren Platz in den Bergen zu suchen. Dort schalte ich den Gasdurchlauferhitzer ein und bringe das Wasser auf 37 Grad Wärme. Dann gebe ich Basenpulver ins Wasser hinein, so dass der ph-Wert 8,5 bis 9 ergibt. So kann ich draußen im Bottich wunderbare Basenbäder mit herrlichen Rohkostabendessen machen. 

Mein Tag

In der Regel stehe ich um 7 Uhr oder früher auf. Dann gibt's als erstes Ölziehen, indem ich 1 Esslöffel Sonnenblumenöl in den Mund nehme und es 10 Minuten lang hin und her durch die Zähne ziehe. Dann trinke ich auf nüchternen Magen mein Take-Me, 1 Esslöffel pro Tag - Glücks-nahrung für gute Stimmung von Rüdiger Dahlke. Es besteht aus feinvermahlenem, gekeimtem Amaranth, Quinoa und diversen anderen Sachen. Wenn ich genügend Serotonin habe, wird es bei Dunkelheit in der Zirbeldrüse in Melatonin, also in das Schlafhormon umgewandelt. Danach gehe ich auf's Trampolin. Dann tanke ich in den Wintermonaten Vitamin D3, indem ich mich in ein von Bruno Weihsbrodt umgebautes Solarium lege. Er kaufte sich ein ganz normales Solarium. Weil das Originalglas leider die UVB-Strahlen herausfiltert, welche für die Bildung von Vitamin D in der Haut verantwortlich sind, und nur die die UVA-Strahlen durchlässt, welche die Bräunung bewirken, baute er sie aus, und ein spezielles Glas ein. Ich bleibe 4 x 3 Minuten unter der Höhensonne liegen: je drei Minuten auf den Rücken, auf dem Bauch, links und rechts. Damit steigt mein Vitamin-D Spiegel. Zur Vitamin D Produktion ist die Mittagssonne sehr gut, am besten nackt und ohne Sonnenschutzmittel. Das Sonnenschutzmittel verhindert, dass die UVB strahlen in die Haut eindringen. Die Haut kann somit kein Vitamin D produzieren. Ca. ½ Stunde jeweils 4 x 7,5 auf Rücken, Bauch und die beiden Seiten. Dabei werden ca. 20.000 IE aufgenommen. Wenn ich zum Sporteln und Biken in die Natur hinausgehe, mache ich mir im Thermomix verschiedene Gemüse und diverse Kräuter aus dem Garten, je nachdem, was saisonal vorhanden ist. Die große Schüssel nehme ich dann mit. Auch gekeimte Saaten nehme sehr gerne mit: Buchweizen, Chiasamen und Leinsamen. Dort ist die gesamte Eiweißpalette drin. In der Regel gebe ich von VitaVerde das Heldenkraut mit Bärlauch und Chili, sowie ein bisschen Öl, Salzsole aus Himalaya-Salz und ein paar Gewürze dazu. Das schmeckt nie gleich, immer ein bisschen anders. Wenn ich mit Leuten unterwegs bin, die ich für Rohkost begeistern kann, habe ich mir jetzt zwei dünne Sperrholzbretter gemacht. Da lege ich Pergamentpapier drauf, das genauso groß ist wie die Bretter. Darauf gibt es ein wunderbares Rohkostessen. Das kann man aus der Natur mit Löwenzahn, Giersch und Brennnesseln ergänzen. Spezialistin in diesem Bereich ist Regina Rau. Wenn sie dabei ist, dann fehlt nichts, sie kennt sich mit Kräutern bestens aus. Auch auf Magerwiesen wächst noch vieles Essbares. 

Rohkost in Bezug auf den Sport

Ich habe festgestellt, dass mir die Rohkost unwahrscheinliche Kraft gibt. Diese Kraft hatte ich nicht von Anfang an. Ich bin jetzt Mitte 69. Wenn ich jetzt mit den Jüngeren radle, die in der Regel von 40 - 55 Jahre alt sind (ich bin meist der Älteste), rasen sie am Anfang los, dass ich wirklich Schwierigkeiten habe mitzukommen. Aber wenn wir eine Strecke gefahren sind, merke ich, dass jetzt 'meine Zeit' kommt. Ich spüre von "unten heraus" eine Energie, die schier unendlich scheint. Die Jüngeren fahren dann etwas langsamer, weil sie energiemäßig abbauen. Erfahrungsgemäß müssen sie nach einer oder zwei Stunden Fahrt prinzipiell Pause machen. Sie essen dann irgendeinen Power-Riegel, weil ihre Depots leer sind. Ich habe grundsätzlich das Gefühl, dass meine Depots noch wirklich gut voll sind. Ich brauche in der Zeit überhaupt nichts zu essen, - es sei denn, die Tour ist besonders wild und anstrengend. Jedes Jahr überquere ich ein bis zweimal die Alpen mit dem Mountainbike. Das sind ca. 350 bis 400 km mit 10.000 Höhenmetern. Letztes Jahr fuhr ich mit meinem Sohn, der 35 Jahre jünger ist und vor drei Jahren mit einem Freund, der 20 Jahre jünger ist als ich. Und dieses Jahr fuhren wir von Lüneburg nach Greifswald, 780 km mit ca. 2500 Hm in 5,5 Tagen. Damals zu meiner McDonalds Zeit, brannten mir bei der Ski-Abfahrt nach ungefähr 200 Höhenmetern die Beine so, dass ich halten musste. Weil ich mich dann genierte, weil die Frauen alle weitergefahren sind, habe ich mir eine Fotokamera gekauft. Auf den Touren sagte ich dann alle Nase lang: "Halt, Stop! Schaut euch doch mal die wunderbare Natur an! Ich möchte da ein Foto von euch machen!" Dann habe ich mich auf den Rücken und auf den Bauch gelegt und hab fotografiert. Hier noch ein Foto und dort noch eines. Und so kam ich jeden Urlaub mit 200 bis 300 Fotos nach Hause. Und das alles nur, um mir Pausen zu verschaffen, damit sich meine Beine wieder regenerieren konnten. Das brauche ich heute nicht mehr! Wie gesagt - inzwischen fahre ich jetzt bei der Radwandertour am Tag gute 120 bis 150 km mit 1000 Höhenmetern und voll bepackten Radtaschen. Das wäre vor 10/15 Jahren undenkbar gewesen. Die Rohkost hat mir enorme Kraft verliehen. Wenn ich an früher und die normale Kost denke, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich vergleiche die Energieausschüttung der Normalkost immer mit einem Strohfeuer. Wenn man irgendwas isst, z. B. eine Semmel, normales Brot, Käse oder einen Riegel, dann hat man die Energie eines kurzen Strohfeuers. Das gibt zwar momentan kurze Kraft, aber die ist gleich wieder vorbei. Wenn ich aber meine Rohkost esse, habe ich dauerhafte Energiezufuhr, - wie ein Eichenscheit, das stundenlang ohne auszugehen, im Kamin brennt. Diese Nahrung gibt gleichmäßig Kraft und Energie an den Körper ab. Wenn ich meine Freunde anschaue, die in der Regel viel jünger sind, kann ich gut mithalten, teilweise sogar besser als sie. Was denen alles weh tut. Letztens fragte mich einer: "Du Christian, tut dir jetzt nichts weh?" "Nein, mir tut nichts weh!" "Ja, die Gelenke auch nicht?" "Nein, mir tut nichts weh!" Da freu ich mich, dass es mir jetzt so gut geht! Ich glaube, dass diese Umstände mit der Verschlackung des Körpers zusammenhängen. Das sieht man auch. Das Altern ist unter anderem eine kontinuierliche Verschlackung des Körpers. Ein älterer Mensch kann viel weniger Sauerstoff aufnehmen als ein junger. Und warum? Weil die Bindegewebe und Adern immer mehr verstopfen, die Sauerstoffversorgung behindert ist und nichts mehr durch kommt.

Neurodermitis durch Rohkost geheilt

Eine wunderbare Folge der Rohkost ist auch, dass meine Neurodermitis an den Ellbogen, die ich viele Jahre gehabt hatte, komplett verschwunden ist. Rohkost heilt! Und ich brauche seither viel weniger Schlaf. Meine Augen sind inzwischen unempfindlich gegen die Sonne, so dass ich auch keine Sonnenbrille mehr benötige. Nur wenn ich ins Hochgebirge gehe, nehme ich eine Sonnenbrille mit. Nachts musste ich früher zwei bis drei Mal aufs WC. Jetzt stehe ich gelegentlich nur einmal die Nacht auf.

Mein Rat an junge Menschen:

Ernährung nach EUG (Ethik, Umwelt, Gesundheit)

Ich möchte den Lesern raten, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie mit ihrer Ernährung die Umwelt beeinflussen oder was sie mit der Ernährung erreichen können. Es wäre sinnvoll, sich die Frage zu stellen, ob die Tradition, in der wir aufgewachsen sind und in der wir leben, dass es für uns selbstverständlich ist, Tiere zu töten und Tiere zu essen, richtig ist. Denn wer verstanden oder vom Herzen her erfasst hat, dass es nicht wirklich heilsam und Gesundheit fördernd ist, kann sicherlich wesentlich leichter von den Süchten wegkommen, in denen wir alle gefangen sind. Das Problem ist, das wir von Kindes Beinen an ernährungsmäßig, verstandesmäßig und auch medienmäßig, usw. zu süchtigen Menschen gemacht werden. Aber in dieser Form erkennen wir es leider nicht, weil wir die Dinge nicht hinterfragen. Aber wenn ich mir Gedanken darüber mache, ob der Weg den ich gehe und das was ich mache, für mich und meine Umwelt förderlich ist, habe ich die Möglichkeit, etwas zu erkennen und zu verändern. Hier ein kleiner Denkanstoß: Was das Essen von Tieren und den Zusammenhang mit der Umwelt anbelangt, so braucht es z.B. beim Tier, um 1 kg Fleisch zu 'gewinnen' das 9fache an normalem Futter. Die Umstände, wie Soja in Südamerika angebaut wird sind verheerend. Da werden riesige Flächen Urwald gefällt, um diese Saat anzubauen. Diese wird dann 3.000 km zum Meer gefahren, dann über den Ozean gebracht, nochmals auf LKWs aufgeladen und in der Futtermittelfabrik zu Kraftfutter verarbeitet, das dann wiederum mit dem LKW zu unseren Bauernhöfen kommt. Die Tiere in riesigen Laufställen, erzeugen so viel Mist und Jauche, dass die Bauern damit die ganzen Felder vergiften müssen. Außerdem reicht so der Platz unserer Felder bei weitem nicht mehr aus, um Futter im eigenen Land für die Tiere zu erzeugen, geschweige denn Nahrung für die Menschen. Und das alles, um die Tiere dann zu schlachten und zu essen, was unzählige Krankheiten im menschlichen Körper verursacht. Da stellt sich mir die Frage, ob das vom ethischen Standpunkt und von der Umweltfrage her richtig ist. Wenn jemand sich diese Fragen stellt und sie mit Nein beantworten kann, fällt ihm die Umstellung einfach leichter. Ich würde raten, den Übergang nicht radikal von heute auf morgen zu machen, sondern, pö à pö, ganz langsam. Es sei denn, jemand ist schwer krank, dann müsste er sich relativ schnell mit einem vorigen 6-Tage-Fasten auf die Rohkost einstellen. Und er wird merken, dass sich nach kurzer Zeit der Körper bei ihm bedankt. Viele Betroffene sind über eine schwere Krankheit zur Rohkost gekommen. 

Die Akzeptanz des Umfeldes

In der Regel habe ich es als sehr schwierig empfunden, meine Ernährung umzustellen und gleichzeitig von meiner Familie und meinen bisherigen Freunden verstanden zu werden. Ich kenne einige, die von der Rohkost überzeugt sind und auch praktizieren würden, wenn sie es in der Praxis zu Hause problemlos anwenden könnten. Es gibt einen Spruch der sagt: "das gemeinsame Essen verbindet." Es wäre in der Tat wesentlich leichter, wenn alle in etwa dieselbe Richtung gehen würden. Wenn man etwas ganz anderes isst, dann ist die Verbindung, die Schwingungsgebung - wie Rüdiger Dahlke sagt - nicht gegeben. Ich kenne Leute, die deshalb auch das mitessen, was die anderen essen (ausgenommen von den tierischen Sachen), wenn sie mit ihren Leuten ausgehen oder zu Besuch sind. 

Wer hat Lust auf Mountainbike- oder Skitouren?

Ich würde mich über Kontakt zu veganen Rohköstlern freuen, die ebenso leidenschaftliche Mountainbiker und Skitourengeher sind. Mountainbike Touren sind in der Regel ab 1000 bis 1600 Höhenmeter mit 30 oder 60 km. Beim Skitouren Gehen sind es zwischen 1000 und 1600 Höhenmeter und 10 bis 12 km. Auf den Touren gibt es im Sommer auf den Almwiesen wunderbare Wildkräuter, Rohmaterial in Hülle und Fülle, ungedüngt, ohne Pestizide, so dass man sich gegebenenfalls aus der Natur ernähren kann. Ich möchte mich gern über das vorhandene Wissen über Wildkräuter und Rohkostzubereitungen austauschen. Gerade die Kräuter geben wesentlich mehr Power und Energie als normale Kulturpflanzen. Ich danke dem WA-Aktuell Magazin herzlich für die Möglichkeit, meine Erfahrungen mitzuteilen. www.aichbaindthof.de

 christian.neuberger@t-online.de

* Veröffentlichung aus WA Aktuell: Jahrgang 2014